Montag, 11. August 2008

Unser letzter Trip mit dem Bus - nach Quito

Am naechsten Morgen ging es weiter zum Busbahnhof. Der Taxifahrer fuhr wie der Henker und das Auto stank zum Himmel. Es war natuerlich - wie alle hier - gasbetrieben. Immerhin war der Gastank im Kofferraum festgemacht und nicht wie der am Vortag in einem Taxi locker und bei jeder Kurve herumgeflogen. Was fuer ein Luxus. Guayaquil hat ein wenig den Eindruck von Bangkok hinterlassen. Es riecht hier genauso, sieht aehnlich aus und jeder faehrt wie ein Irrer. Die Taxifahrer kennen nur Vollgas oder Bremse, was dazwischen gibt es nicht. Gaenge werden wie im Rennauto gewechselt, die Kupplung einfach losgelassen.

Das Busterminal hier ist allerdings gigantisch! Ein Bau mit drei Stockwerken bei dem auf jeder Ebene Busse halten. Neu renoviert und super sauber werden hier beim betreten des Bahnsteiges bereits die Tickets kontrolliert. Es gibt digitale Anzeigetafeln und Kioskos.

Wie immer war der Bus, San Cristobal unpuenktlich. Er sollte um 8.40 Uhr abfahren, doch gegen 8.45 Uhr kam ein anderer Bus auf unseren Stellplatz. Sehr lustig. 15 Min spaeter kam unserer und war sehr sehr einfach. Das fing ja gut an. Es war knalleng und wir haben erst mal 10 Min am Fenster gebastelt, bis es aufging, denn es war sehr sehr heiss. Dann sollte es losgehen durch endlose Bananenplantagen. Ich habe noch nie so viele Bananen auf einmal gesehen, wir fuhren 6 Std. nur durch Bananen, ab und zu gab es mal eine Kokos- oder Papayaplantage. Ach und noch ein wenig Reis, Soya, Kaffee und Kakao. Die Ecuadorianer scheinen die Weltmeister im Export zu sein. Wie ein kleines Land so viel Fruechte anbauen kann, ist mir raetselhaft. Sie scheinen sehr geschaeftstuechtig zu sein. Alle paar Meter, wenn der Bus an einer Rompe Muelle (Bodenwelle) langsam fuhr, sprangen 1 bis 12 Verkaeufer in den Bus und boten alles feil, was man sich nur vorstellen kann. Aepfel, Bonbon, Kokosmilch, Eis, Kekse, Huehnchen, Getraenke, Maisfladen, Kuchen, Kaugummi, Suppe, Bananentortillas und der Abschuss waren Pommes mit Ketchup. Am Anfang fanden wir das noch lustig, doch nachdem wir mehrmals 8 Verkaeufer auf einmal im Bus hatten, die einen beschwatzen, reichte es uns. Gekauft haben wir - bis auf eine Kokosnuss :-) - nichts. Aber verhungern muss man hier in keinem Fall. Alles in allem haben wir geschaetzt, dass in den 9 Std. nach Quito ca. 100 Verkaeufer im Bus gewesen waren. Unglaublich. So was hatten wir noch nie erlebt. Zwischendrin gab es wieder mal eine Polizeikontrolle, bei der alles gefilzt wurde. Flo war nach draussen gegangen, um zu sehen, was los ist und wurde gleich abgetastet. Ich blieb drinnen, weil es hiess, man kann auch sitzen bleiben. So haben sie drinnen meinen Ausweis gesehen, er hatte drausen keinen und kam nimmer rein. Ploetzlich fuhr der Bus los, leichte Panik, doch nur ein paar Meter. Dann war die Polizei abgelenkt und Flo kam wieder rein. Gott sei Dank. Die Knarren, die die Polizei hier hat waren kein Spass. Angeblich wird immer auf Drogen kontrolliert, aber immer nur so lala.

Die letzten 2 Std. unserer Fahrt ging es bergauf und wir erreichten wieder das Hochland, bis wir in Quito auf 2850 Meter ankamen. Quito liegt inmitten der Berge und ist ueberall gruen. Ein toller erster Anblick. Am Busbahnhof angekommen, hielt der Bus bereits davor an. Da Flo Angst um das Gepaeck hatte, bin ich hinausgespurtet, um es entgegenzunehmen. Er hat drinnen alles zusammengesammelt. Schnell hatte ich meinen Rucksack bekommen und dann rollte der Bus schon los. Flo war noch drinne. Im Fahren schmiss mir der Hiwi Flo´s Rucksack zu und der Bus raste weiter. Ich stand mitten am Mittelstreifen, vor mir tausend Taxis, hinter mit rasende Busse. Ich auf 30 cm Beton mit zwei riesen Rucksecken und einem kleinen. Und der Bus war samt Flo weg. Bravo. Panik. Ich schaffte es irgendwie die beiden 20kg Dinger auf den Randstreifen zu schleppen und die Taxifahrer abzuwimmeln. Es blieb nichts. Ich musste warten, ich kam nicht vom Fleck, so wie ich war. 10 Min spaeter kam Flo angejoggt, noch panischer als ich. Doch wir hatten uns wieder. Der Bus hatte den Dolar Eintritt ins Terminal nicht zahlen wollen und daher davor gehalten. Dann sind sie einfach weiter gefahren. Flo hatte wohl im Bus getobt und geschimpft, doch es half nix. Der Fahrer wollte nicht mehr anhalten und so fuhr er weiter - doch ins Terminal. Glueck gehabt. Alles noch da und wir hatten uns wieder.

Schnell hatten wir ein Taxi und das Hostal Cartuja gefunden, auch wenn das bei dem Wahnsinnsverkehr in Quito nicht einfach war, zumal der Taxifahrer keine Ahnung vom Weg hatte. Wir haben ein tolles kleines Zimmer bekommen, das in einem herrlichen Innenhof um einen gruenen gepflegten Garten herum liegt und einfach nur toll ist. Leider schliefen wir schlecht, da das Bett zu schmal war. Einen Tag spaeter konnten wir in ein Doppel-Betten Zimmer wechseln.

Nachdem wir ein letztes Mal Waesche gewaschen haben, sind wir bei tollem Wetter in die Neustadt gelaufen und haben uns dort umgesehen. Morgen werden wir eine Tour zum Cotopaxi machen, das ist der hoechste aktive Vulkan der Welt. Ich bin schon sehr gespannt.

Als wir nach der Agentur heim wollten, hat es so geschuettet, dass sogar der Strom ausgefallen ist. Graupel, Wassermassen. Der Strom ist nach einer Stunde wieder da gewesen, doch bis dahin ging wenig in Quito.

Jetzt erstmal ins Bett weil morgen geht es frueh aus den Federn.

Sonntag, 10. August 2008

Willkommen in Ecuador - Guayaquil

Am Freitag ging es also weiter. Wir haben am Busbahnhof mit Hugo noch eine Pizza gegessen und dann unser Gepaeck aufgegeben. Jeder Koffer bekam in einem sehr aufwendigen Verfahren (Wiegen, Fahrscheine kontrollieren) einen Aufkleber mit einer Nummer. 15 Min spaeter durften wir endlich einsteigen und mit einer Stunde Verspaetung fuhr der Bus los. Leider war der Bus alles andere als nobel. "Semi-cama". Was besseres gab es nicht. Das hiess halbumklappbare Sitze, in denem man niemals gescheit schlafen kann, aber die immerhin etwas besser gepolstert als normale sind. Nach ca. 2 Stunden kamen wir wieder einmal in eine Polizeikontrolle. Das seltsame war, dass alle Busse schnell durchkamen, doch wir standen ewig am Parkplatz und wunderten uns. Dann erfuhren wir, dass unser Fahrer irgendeine Genehmigung nicht hatte. Wie wenn er das zum ersten Mal machte. So ein Witz. Die Fahrgaeste wurden langsam ungeduldig, wir inklusive, doch es half nichts. Wir standen und warteten. Dann hiess es ploetzlich alle aussteigen, dann wieder alle einsteigen, dann nochmal alle austeigen. Keiner hat verstanden, was das sollte, doch irgendwann hatten wir Glueck und wir durften weiter. Zwei Stunden spaeter.
Wir haben auf der weiteren Fahrt noch einige Stops gemacht, bis zum Schlafen schon 4 Filme intus und hatten bereits die Nase gestrichen voll von der Dauerbeschallung. Und: die Belueftung war miserabel. Flo schlief einigermassen, ich kaum. Ich bin zu klein fuer die Sitze. so dass ich kaum angenehm sitzen konnte und mir immer das Blut an den Beinen abgedrueckt wurde. Mir schliefen also dauernd Beine und Fuesse ein. Irgendwie gings und gegen Samstag mittag erreichten wir die ecuadorianische Grenze. Dort hiess es, sich zuerst 20 Min auf der peruanischen Seite anstellen. Dann nochmal 1,5 Std. auf der ecuadorianischen Seite und das in der prallen Sonne. Nicht lustig. Aber wir wollten ja unbedingt mal wieder Bus fahren. Als es dunkel wurde, haben wir natuerlich noch gemuetlich getankt, das Wasser in den Tanks auffuellen und den Bus rundherum waschen lassen. Schliesslich waren es ja nur noch ca. 30 Min. bis Guayaquil und dann koennten die Fahrgaeste (wie Geaste kam man sich gar nicht vor, eher wie ein laestiges Anhaengsel) das ja nicht mehr miterleben. Was fuer ein Bloedsinn. Wir wollten doch endlich ankommen. Und das taten wir dann auch gegen 19.30 Uhr. Mehr als 28 Std. im Bus hat uns echt gereicht. Natuerlich hielt der Bus mitten in der Pampa und nicht am tollen Busterminal, so dass wir auch noch Probleme hatten, ein Taxi zu bekommen. Als wir endlich eines hatten, ging bei dem der Kofferraum nicht zu. Nach 10 Min hin und her hiess es alles nach innen umladen und mit offenem Kofferraum los. Das erstbeste Hostal Savoy 2 nahmen wir, halbwegs billig und halbwegs sauber, aber laut. Und: es war sauheiss in Ecuador. Aber es gab immerhin ne (laute) Klimaanlage.

Dann mussten wir noch was Essen, doch das war gar nicht so leicht, denn nach 30 Min laufen in der Innenstadt hatten wir kein einziges (richtiges) Restaurant gesehen, so dass uns nichts anderes blieb, als zum Mc Donalds zu gehen. Zur Wahl gab es nur McDonalds, KFC, Pizzahut und BurgerKing. So hatten wir uns das nicht vorgestellt. Schnell haben wir auch bemerkt, dass die Menschen hier echt dick sind. Klein und dick. Kein Wunder, wenn es ueberall nur Fastfood gibt. Leider ziehen die Frauen hier alle hautenge kurze Oberteile an, dass man von den wabelnden Massen auch schoen alles sehen kann. Sehr gewoehnungsbeduerftig.

Die Nacht war leider kaum schlafreicher als die Letze im Bus, weil es sehr laut auf der Strasse war und als das Fenster zu war, war es die Klimaanlage die laermte.
Witzig ist, dass die Ampeln hier, immer wenn sie fuer Fussgaenger gruen sind, "kuckuck" pfeifen (auch Nachts versteht sich).

Sonntags haben wir schnell bemerkt, dass die Stadt tot und alles zu ist. Zumindest fanden wir einen Laden, der Fruehstueck hatte. Leider hat sich das Tortilla Verde als gebratener Bananenmansch gezeigt und nicht als leckeres Ei heraus gestellt. Dann haben wir uns am Busterminal ein Ticket nach Quito fuer 7 USD pro Nase gekauft, der Bus sollte am Montag um 8.40 Uhr gehen. Zurueck in der Stadt sind wir an der Strandpromenade entlang gebummelt, die toll angelegt ist. In einem netten Park gibt es hunderte von verschiedenen Schmetterlingen zu sehen und: es war unheimlich heiss. Wir hatten eh schon kaum was an, aber die Hitze nicht waren wir einfach mehr gewohnt.

Immerhin haben wir noch (fast) die Katedrale angesehen, denn was viel interessanter war, ist der Platz davor. Dort sahen wir eine Menschentraube um einen einzelnen Leguan herumstehen und forografieren. Wir dachten noch, den hat jemand mitgebracht, bis wir noch mehr davon sahen. Schnell hatten wir ueberblickt, dass auf dem kleinen Platz ca. 300 dieser Tiere leben und die meisten davon in den Baeumen hocken.
Ein Baum allein hatte schon ueber 40 Stueck. Alle Baeume waren randvoll mit den Leguanen uebersaeht, die vor allem in orange/gruen/braun toll aussahen und einen langen gruen-schwarz gestreiften Schwanz hatten. Geheuer waren mir die Dinger nicht, zumal sie immer so mit dem Kopf wackelten und ihren Kragen als Drohgebaerde aufstellten. Und die meisten hatten Aussmasse von ca. einem Meter. Wir konnten uns kaum sattsehen, so seltsam war der Anblick dieser freilebenden Tiere in der hohen Anzahl mitten in einer 2 Millionen Stadt.

Das Phaenomen dass man zuerst etwas einzelnes Tolles sieht, sich riesig darueber freut und die Freude dann schnell "normalisiert" wird weil man ploetzlich hunderte davon sieht funktioniert anscheinend immer wieder: Bei Kakteen in Argentinien, bei Lamas, Schafen, bunten Mustern in Bergen, herumliegenden Steinformationen, weissen Salzseen, Duenen in der Wueste, Nasenbaeren, Pinguinen, Seeloewen und eben auch bei Leguanen. :-)

Nachdem wir es aufgegeben hatten, ein Internetcafe zu finden, denn es gibt einfach keines dass offen hat am Sonntag, gab es zum Abendessen KFC. Auch nicht besser als Mc am Vortag. *grusel*

Freitag, 8. August 2008

Wie es mit Schorsch weiterging

Am Dienstag hat Flo das Auto nach langem Hin und Her zum Mechanico Julio geschafft (per Grua = Abschleppdienst). Ich hatte ich mir nach dem leckeren Salat wieder mal den Magen verdorben, so dass ich den Vormittag erstmal im Bett verbracht hab. So was Dummes. Damit war Salat endgueltig von der Karte bis zum Ende der Reise gestrichen, egal wie nobel das Restaurant sein wuerde.

Der Mechaniker ist auf GDI Mitsubishi spezialisiert und hat herausgefunden, dass wir verbleites 84er Benzin getankt hatten und dass die Benzinpumpe kaputt war. Das hatte uns die Tanke kurz vor Lima eingeschenkt, als wir 98er tanken wollten, doch wir hatten nicht geschaut und schon hatten wir das falsche Benzin. 84er ist in Peru verbleit und das ist fuer unseren Schorsch natuerlich Gift. Damit war klar, die Benzinentleerungsaktion hatte Sinn gemacht. Immerhin. Julio war dran und wurde die Pumpe hoffentlich reparieren koennen.


Wir haben uns spaeter wieder mit Hugo getroffen und ihm unser Dilemma erklaert.

Hugo hatte sich bei der SUNARP (wieder eine von den 1000 peruanischen Behoerden) schlau gemacht, ob das mit dem Import nicht doch ginge und angeblich gaebe es einen Weg. Wir glaubten nicht wirklich daran.
So hatten wir also verschiedene Szenarien zur Wahl:
  1. Hugo schafft es tatsaechlich noch das Auto in Peru loszuwerden, angeblich hatte er schon Interessenten
  2. Verkaufen als Auto geht wirklich unter keinen Umstaenden und wir verkaufen es an den Mechanico Julio bar auf die Hand
  3. Hugo kann das Auto als Ersatzteile importieren und bekommt mehr als wir von Julio bekommen
  4. Hugo bringt das Auto nach La Paz, doch vorher muesste es repariert werden.
  5. Jorge kommt und holt es.

Mit ziemlicher Sicherheit sollte aber das Auto bei Hugo daheim zwischengeparkt werden. Damit war klar, wir muessen uns seinen Eltern vorstellen. Wir sind also gleich mit ihm zusammen im Taxi zu ihm gefahren und in einem der besten Wohngebiete von Lima ausgestiegen. Das Haus ist riesig und wunderschoen eingerichtet. Hugos Elterm waren sehr nett, doch sein Vater war von all dem nicht so begeistert. Seine Mutter schon eher, ihre Unterstuetzung hatten wir. Am Ende war klar, wir koennen das Auto dort voruebergehend lassen.


Mittwoch haben wir nochmals bei Julio in der Werkstatt vorbeigeschaut und klar signalisiert, dass wir das Auto verkaufen wollen und er meinte, er haette da auch schon jemand, muss ihn aber nocheinmal kontaktieren.


Am Donnerstag haben wir uns beim Busterminal schlau gemacht, wann wir die Chance haetten, mit dem Bus nach Ecuador zu reisen. Ein direkter Bus nach Quito faehrt nur am Montag und Donnerstag, Donnerstag ging nicht mehr, Montag war uns zu spaet. So haben wir uns entschieden, den Bus nach Guayaquil in Ecuador am Freitag zu nehmen. So kaemen wir unserem Ziel wenigstens schon mal ein Stueckchen naeher. Die einzige Busgesellschaft, die die Route fuhr, heisst Ormeno. Billig war der Spass nicht gerade (75 USD pro Nase), doch nun blieb zu hoffen, dass der Bus, in dem wir 26 Std. sitzen sollten, gut ist.

So haben wir nachmittags nochmals einen Besuch bei Julio gemacht und mit ihm den Deal mit einem Privatvertrag und 3000 USD ausgehandelt. Treffpunkt fuer die Uebergabe sollte am Freitag um 11 Uhr sein, um 15 Uhr sollte unser Bus gehen. Hugo war darueber nicht so gluecklich, denn er hatte das Ziel, das Auto zu einem besseren Preis loszuwerden. Doch wir dachten uns, besser 3000 USD sicher in der Tasche als am Ende nichts.

Also sind wir am Freitag mit Hugo, der extra fuer uns seine Schicht im Hotel verschoben hatte, zu Julio gefahren. Dort haben wir nochmals wegen der Reparatur gesprochen und Julio meinte, eine Reparatur koste ca. 700 USD. Juhu. Das war genau das, was uns noch fehlte. So haben wir auf den Kaeufer gehofft, der um 11 Uhr kommen sollte. Tat er dann auch, doch er hat nur 500 USD aufgetrieben und wollte den Rest spaeter zahlen. Haha. Nur wann und wie? Damit haben wir abgelehnt. Wir haben nach einer kurzen Beratung mit Hugo nochmals den Grua geholt und Schorsch zu Hugo nach Hause bringen lassen, damit dueser Zeit hatte, sich eine Loesung auszudenken, die funktioniert. Wir hatten wenig Wahl. So fuhr unser Schorsch zu Hugo und wir haben ihm alle Papiere fuer Schorsch uebergeben.

Wir kannten Hugo zwar erst seit einer Woche, doch wir vertrauen ihm. Er ist sehr korrekt und ehrlich, wenn es einer hinbekommt, dann er. So blieb Schorsch bei Hugo und wir machten uns auf zum Busbahnhof. Wir verliessen Lima im Regen. Angeblich regnet es in Lima nie!

Montag, 4. August 2008

Autoverkauf in Peru - neverending story

Am Sonntag hatten wir uns fuer 15.30 Uhr mit Martin, dem Taxifahrer im Hotel verabredet. Den Termin hatte Hugo (ein Kellner im Hotel) fuer uns ausgemacht, denn wir hatten grosse Muehe Martin zu verstehen. Er ist einer der wenigen Suedamerikaner, die solch seltsames Spanisch sprechen, dass wir einfach nix verstehen, keine Chance. Wir sassen in der Lobby und warteten, leider von Martin keine Spur. Nach 30 Minuten langsam Ungeduld, vielleicht hatte er uns versetzt und doch kein Interesse, das waere echt bloed. Nach einer Stunde, als wir fast schon keine Hoffnung mehr hatten, kam Martin quietschfidel zur Tuer hereinspaziert. Nicht, dass wir uns beim Warten gelangweilt haetten. Eine Marco-Polo-Reisegruppe aus Deutschland hat uns berichtet, was sie in ihrer 2 Wochen Schnelldurchgangs-Peru-Reise alles gesehen hatten. Nur im Bus, doch irgendwie alles und nichts gesehen. Da waren wir echt froh ueber unsere Art zu reisen. Gekostet haben ihre 2 Wochen so viel wie uns 3 Monate.

Nach einer kurzen Plauderei mit Martin machten wir eine Probefahrt mit Schorsch. Hugo war auch mit von der Partie, ohne ihn war alles sehr viel schwerer. Leider hatte Schorsch scheinbar keine Lust auf Probefahrt und hat kraeftig gestottert, was uns natuerlich wenig erfreut hat. Martin hat es Gott sei Dank wenig gestoert, denn er hat als Taxifahrer Ahnung von Autos und war wie wir der Meinung, die Kleinigkeit sollte leicht reparierbar sein. Er kennt auch jemanden der die Zuendung einstellen kann, oder die Zuendkerzen reinigen. Schnell waren wir uns einig, das Auto sollte fuer den gleichen Preis, fuer den wir ihn gekauft hatten, an Martin verkauft werden. Wir waren uebergluecklich, doch freuen wollten wir uns erst, wenn alles unter Dach und Fach ist. So haben wir vereinbart, dass wir einen Notar suchen, der bei uns um die Ecke ist und bei dem wir uns am Montag treffen. Den Notar hatten wir schnell gefunden. Leider mussten wir zwischenzeitlich aus dem Hotel ausziehen, da unser Zimmer nicht mehr frei war. Also wieder die laestige Zimemrsuche und das, wo in Lima alles voll und teuer war. Gott sei Dank hatten wir schnell das Hostal Atahualpa in Miraflores gefunden, das uns nur noch 100 Sol kostet, in das wir auch sofort umgezogen sind. Etwas altmodisch (60er Jahre) und miefig, aber das Zimmer ist gross.

Um 11.30 Uhr hatten wir uns mit Martin beim Notario verabredet, um dort den Kaufvertrag fuer das Auto zu machen. Das war alles, was noetig war. Zuerst waren wir unsicher, ob Martin fuer einen legalen (mit Import) oder illegalen Verkauf zuhaben war. Nachdem er wieder mit einer Stunde Verspaetung aufgetaucht war, hat sich beim Notar schnell herausgestellt, dass er alles legal machen wollte. Das war ganz in unserem Interesse. Leider hat uns der Notar mitgeteilt, dass wir das Auto zuerst importieren muessten und das muesse bei der Zollbehoerde Aduana passieren. Vorher konnte er nix machen. Also sind wir zu Martin ins Auto gestiegen und sind ans andere Ende der Stadt, nach Callao gefahren, um dort die Behoerde aufzusuchen (ca. 1 Std. abenteuerliche Fahrt). Martin wurde auf dem Weg zum ersten mal geblitzt und sollte seinen Fuehrerschein erst am naechsten Tag zurueck bekommen wenn er die 200 Sol bei der Bank einbezahlt hat. Er durfte aber trutzdem weiter fahren. Als wir dort waren, hiess es, der Import musste ueber eine Importagentur erfolgen. Ein Mitarbeiter einer Agentgur war zufaellig auch im Amt und den haben wir gefragt. Der hat uns verraten, dass ein Auto, das aelter als 5 Jahre sei, nicht nach Peru importiert werden durfte. Na Prost Mahlzeit. Damit war es aus. Martin wollte unser Auto kaufen, doch er durfte nicht. Wir wollten es an ihn verkaufen, doch wir konnten nicht. Es war zum Eier legen. Voellig fertig und enttaeuscht sind wir nach Lima zurueckgefahren. Sofort haben wir unseren Amigo Jorge in Bolivien angerufen, er war unsere letzte Rettung. Wir hatten vereinbart, dass wir ihn schon am Samstag anrufen, doch wir konnten ihn 2 Tage nicht erreichen und so hatten wir nun den Salat. Jorge hatte, weil wir uns nicht gemeldet hatten, eine 2woechige Tour angenommen und konnte jetzt nicht kommen.

Ein Gespraech mit dem deutschen Konsul in Bolivien Gert Mielke brachte die Erkenntnis, dass Jorge das Auto zwar holen koennte, doch der Ruecktransport haette Risiken, falls die Polizei willkuerlich ihm ans Leder wolle. Papiere waren alle ok, doch mit der Polizei hier wusste man nie. Er schlug vor, dass wir das Auto nach La Paz bringen und dann koenne Jorge es dort leichter holen.

Dann hiess es Entscheidung treffen. Dazu haben wir uns in ein nettes Restaurant gesetzt, das im Reisefuehrer dafuer geruehmt wurde, dass es tollen Salat hat. Und das hatte es. Wir haben den besten Salat unserer Reise bestellt und konnten gar nicht genug davon bekommen. Nach einigen Wochen Salatabstinenz war der einfach unglaublich lecker und den haben wir nur aufgrund der Empfehlung gegessen, denn mit Salat musste man echt aufpassen. Beim Essen haben wir eine Kosten-Nutzen-Analyse gemacht (Jorge holt es <-> wir bringen es nach La Paz <-> wir verkaufen es in Lima <-> wir fahren nach Quito damit) :-) und es hat sich herausgestellt, dass es am besten fuer uns ist, das Auto hier zu verkaufen. Dies ging als Ganzes nicht, doch der Import des Autos als Ersatzteile war angeblich legal. Selbst wenn das nur 4000 USD bringt, ist das mehr als es inklusive Ruecktransport nach Bolivien bringen wuerde. Und vor allem, wenn wir sofort nach La Paz starten wuerden, braeuchten wir im Bestcase 4 Tage dorthin plus Risiko liegenzubleiben. Pech war nur, dass das Auto gerade stotterte und unklar war, ob wir ueberhaupt wo hin kaemen. So entschieden wir uns nach eingehender Analyse fuer ein Gespraech mit Hugo, der musste uns helfen, das Auto als Ersatzteile in unserem Namen zu importieren. Falls das auch nicht ginge, bliebe immer noch Jorge mit dem Risiko, irgendwo haengen zu bleiben.

Fortsetzung folgt....

Samstag, 2. August 2008

Lima - die Hauptstadt Perus

Nachdem wir in Paracas losgefahren waren, haben wir ueber Pisco wieder die Panamerikana erreicht. Pisco war voellig unspannend, so dass uns hier nichts hielt. Wir fuhren und fuhren und hatten zwischendrin an einer Zahlstelle wieder einmal das Vergnuegen mit der Polizei. Die war hier wirklich ueberall und hielt uns wieder einmal auf. Der Polizist machte uns wieder mal darauf merksam, dass wir angeblich keine SOAT Plakette haben (Versicherungsbescheinigung). Natuerlich hatten wir eine, doch die war aus Bolivien und unseres Wissens nach konnten wir damit in Peru fahren, doch er behauptete wir braeuchten hier eine peruanische. Wir haben wieder einmal hin und her und rauf und runter. Er war hartnaeckig und bis zum Ende wussten wir nicht, ob wir die Plakette nun brauchen oder nicht. Am Ende hat er sich mit 10 Sol bestechen lassen und wir durften weiter. Aufatmen. Immer wieder das Gleiche.


Nach ca. 4 Std. Fahrt kam Lima in Sicht. So wirklich wohl war mir nicht bei der Aussicht, mit dem eigenen Auto in eine Stadt mit 8 Millionen Einwohnern zu fahren. Das war eine absolute Premiere und wie wir uns dort zurechtfinden wollten, war uns schleierhaft. Doch es half nichts, wuerde schon irgendwie gehen. So tankten wir vorher nocheinmal. Diesmal haben wir uns entschieden, Benzin mit Oktanzahl 98 zu tanken. So wuerden wir uns das zusaetzliche Oktan sparen, das wir sonst immer ins Auto schuetten. Damit fuhr Schorsch mehr oder weniger gut weiter. Immer wieder ruckelte er. Aber wir dachten uns noch nicht so viel. Die Vorlaeufer der Stadt waren schon sehr gut beschildert und alles wirkte sehr geordnet. Die Panamerikana hat uns dann mitten in die Stadt gebracht und irgendwann haben wir uns einfach entschieden, von der grossen Autobahn abzubiegen, soweit wir das an der Karte erkennen konnten, die wir hatten. Natuerlich sind wir dann eine Stunde durch die Gegend geirrt und das bei dem Verkehr. Eine falsche Entscheidung und man war in einer Richtung auf einer 4spurigen Strasse gefangen. Keine Chance auf Korrektur und das im Dauerstau. Zu dem Verkehr (die Leute fahren hier nach dem Prinzip des Staerkeren und des Schnelleren) kommen noch die Loecher in der Strasse. Auf einer dreispurigen Strasse fahren die Leute vor und neben einem ploetzlich Slalom ... weil ein 25 cm tiefes Loch einfach nicht durchfahren werden kann... Busse haben dabei immer Recht. Das haben wir schnell gelernt.
Mit Hilfe unserer Karte und etwas Glueck haben wir dann tatsaechlich nach Miraflores gefunden, den Stadtteil, der unser Ziel war. Dort gibt es viele tolle Haeuser, das Meer und jede Menge Laeden, Restaurants und Hotels. Ein Zimmer zu finden war alles andere als einfach, da vieles ausgebucht war. Nach Nachfragen in ca. 8 Unterkuenften sind wir im Hotel Mariel gelandet, das ca. 5 Min vom Plaza Kennedy (Hauptplatz) entfernt ist und der Preis ist halbwegs ok. Wir hatten die Nase voll vom Suchen und Fahren in der Stadt. Wir haben uns einquartiert und uns dann gleich auf die Socken gemacht und fuer Abends noch eine Stadtrundfahrt bei Nacht gebucht.
Um 18 Uhr ist die Rundfahrt gestartet und wir hatten uns dafuer entschieden, unten innen zu sitzen, da es oben aussen nachts sicher kalt wuerde. Auch wenn wir da nicht immer alles gut sehen konnten, uns war nicht kalt wie allen anderen oben. Leider war die Ansagerin alles andere als kompetent und ihr englisch miserabel. Nach ca. 2 Std. haben wir einen Stop zum Snack in einem Restaurant gemacht. Kaffeefahrt laesst gruessen. Und wir mitten drin, grausam. Dann ging es weiter und am Ende hatten wir viel gesehen und sind in einem Wasserpark gelandet. Dort gab es 14 Brunnen aller Groessen und Formen, die in verschiedenen Farben beleuchtet waren und Wasserspiele aller Art zeigten. Atemberaubend und ein unglaublich tolles Erlebnis. Ein Brunnen war sogar zum Durchgehen (siehe Bilder) und in einem anderen haben die Wassersaeulen an unterschiedlichen Stellen abwechselnd gespritzt. In diesen konnte man gehen, doch man wusste nie, wo das Wasser als naechstes kommt. Dementsprechend nass waren die Kiddies, die in dem Brunnen waren. Alles in allem war die Rundfahrt zwar von schlechter Fuehrungsqualitaet und zu teuer, doch wir hatten viel gesehen und erlebt. Lima gefiel uns super und wir haben einen sehr guten Eindruck von der Stadt. Sehr viele tolle Gebaeude und wunderschoen. Am Ende sind wir am neuen Einkaufszentrum Larcomar ausgestiegen, das direkt am Meer in die Steilkueste eingebaut ist. Wenn man von der Strasse aus hinlaeuft, sieht man nichts, denn man steht direkt drauf. Dort noch was Essen und die 300 Kiddies beobachten, die sich dort bei der Disco anstellten. Sehr interessant, doch irgendwie auch nicht anders als bei uns.

Hier ein kleiner Ueberblick ueber die Stadt:

Lima ist die Hauptstadt Perus und die mit Abstand größte Stadt des Landes. Nahe bei Lima liegt die Hafenstadt Callao mit 810.568 Einwohnern, mit der Lima zusammengewachsen ist. Beide Städte bilden die Metropolregion Lima. Lima ist ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt sowie das bedeutendste Wirtschafts- und Kulturzentrum von Peru mit zahlreichen Universitäten, Hochschulen, Museen und Baudenkmälern. Die Altstadt von Lima wurde 1991 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt.

Lima liegt am Río Rímac im Westen von Peru, zwischen dem Pazifischen Ozean und den Ausläufern der Andenkordilleren, welche die Stadt nach Osten begrenzen, in der trockenen Küstenregion Perus durchschnittlich zehn Meter über dem Meeresspiegel. Der Río Rímac hat für Lima größte Bedeutung. Er führt der Stadt Trinkwasser aus reinem Gletscherwasser zu. Der Rückzug des Gletschers, der vermutlich durch den Klimawandel bedingt ist, führt dazu, dass es vorübergehend mehr Wasser gibt.

Die Stadt befindet sich in der subtropischen Klimazone. Im Allgemeinen zeichnet sich das Klima durch große Beständigkeit aus. Die mittlere Durchschnittstemperatur beträgt 18,2 Grad Celsius. In der Region fallen im Jahresdurchschnitt nur 13 Millimeter Niederschlag, und längere Perioden ohne Niederschlag kommen immer wieder vor.
Im Winter (Juni bis September) liegt die Stadt praktisch den ganzen Vormittag, und oft auch den Rest des Tages unter dichtem Küsten- oder Hochnebel. Der kälteste Monat ist der August.

Die Stadt Lima erhielt ihren Namen aufgrund ihrer indigenen Wurzeln; der Name stammt vermutlich vom Jaqaru-Wort lima - limaq oder limaq - wayta, das „gelbe Blume“ bedeutet. Eine zweite Möglichkeit ist, dass der Name sich vom Quechuawort rimaq (bzw. Wanka limaq) herleitet, das übersetzt „Sprecher“ bedeutet.

Im Jahre 1919 lebten 175.000 Menschen in Lima. 20 Jahre später waren es bereits über eine halbe Million. Auch viele ausländische Zuwanderer fanden den Weg an die peruanische Küste. Schon in der Kolonialzeit hatten die Spanier schwarze Sklaven aus Afrika geholt und später kamen Chinesen als Vertragsarbeiter ins Land. So entstand im Laufe der Jahre ein multikulturelles Völkergemisch, das entscheidend zum kosmopolitischen Flair der Stadt beigetragen hat. Die Probleme der Landflucht verschärften sich in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts: Bevölkerungsexplosion, mangelnde Infrastruktur und Naturkatastrophen trieben immer mehr Menschen in die Hauptstadt, aufgefangen von den endlosen Elendsvierteln.

Aus der einst blühenden Kolonialstadt ist heute eine unüberschaubare Metropole geworden, in der die Natur durch Bauten aus Asphalt, Stahl und Zement fast vollständig ersetzt wurde. Größere Parkanlagen sind kaum vorhanden. Lima kämpft mit einer Vielzahl an Problemen: ausuferndem Straßenverkehr, hoher Luftverschmutzung und zahlreichen Müllbergen. Die sozialen Probleme sind nicht weniger bedenklich: Kriminalität, Prostitution, Drogen und eine stark wachsende Informelle Wirtschaft.

Am naechsten Tag haben wir uns gegen 16 Uhr mit Hugo, dem Fruehstuecksservierer im Hotel getroffen, der uns zeigen wollte, wo man das Auto verkaufen koennte. Nach einigem Hin und Her kamen wir zu einem Kommisioinaer, der zwar Platz auf seinem Hof hatte, doch das Auto musste zuerst importiert werden, bevor er es nehmen wollte. Aber wir waren nun schon schlauer.

Am Samstag hatten wir den Plan, das Auto noch einmal waschen zu lassen, um Schorsch fuer den Verkauf schoen zu machen. Schliesslich wollten wir ihn hier loswerden, wenn moeglich. So versuchten wir eine Auto-Waescherei zu finden, doch das war nicht einfach. Und wir hatten wieder mal eine Kontrolle der Polizei. Angeblich waren die dunklen Scheiben verboten und die Soat wurde wieder bemaengelt. War scheinbar echt was dran. Diesmal hiess es 200 Sol Strafe zahlen, das tat weh, aber half nichts. Offiziell waeren es 300 gewesen. Nach einer Stunde Stau und Suchen landeten wir auf dem Parkplatz eines Supermarkt. Dort konnten wir im Pizzu Hut was essen und nebenbei wurde unser Auto gewienert. Nach kurzem Einkauf waren wir gegen 16 Uhr (nach 4 Std.) wieder im Hotel. Und das alles nur zum Autowaschen. Perfekt. Wir waren echt platt.
Dann haben wir uns mit Hugo, dem Fruehstuecksservierer im Hotel getroffen, der uns zeigen wollte, wo man das Auto verkaufen koennte. Nach einigem Hin und Her kamen wir zu einem Kommisioinaer, der zwar Platz auf seinem Hof hatte, doch das Auto muesste zuerst importiert werden, bevor er es nehmen wollte. Wir waren nun schon schlauer. Abends noch zum Pfannkuchen essen, die hervorragend waren. Tolle Restaurants gibts hier massenweise, man weiss gar nicht, wo man zuerst hinsoll.

Am naechsten Morgen neuer Plan: da Schorsch mehr denn je stotterte, wollten wir unseren Tank auspumpen lassen, da wir sicher waren, das falsche Benzin zu haben. So sind wir um 12 Uhr zur Tanke, die sich hier "Grifos" nennen. Dort gab es einige nette junge Maenner, die Rettung versprachen. Mit dem Schlauch absaugen ging nicht. Der Tank war zweigeteilt und um die Ecke sowie gesichert, keine Chance den Schlauch da rein zu bekommen. So haben sie uns angeboten, den Benzinschlauch vom Tank unter dem Auto zu loesen, um das Benzin abzulassen. Das war alles andere als einfach. Nachdem die Sitzbank ausgebaut war, wurde von innen und aussen am Schlauch hantiert. 2 Std. harte Arbeit, dann war es vollbracht. Dann hiess es Schlauch rein, auslaufen lassen. Leider kam nach einer Gallone nichts mehr, doch wir hatten locker 8 Gallonen intus. Mittlerweile waren alle Jungs (zeitweise 3-4) an unserem Schorsch dran. Die Tanke wurde vernachlaessigt, so dass so einige Kunden genervt hupten und auf Bedienung warteten. Dann noch einmal unters Auto, nochmal 30 Min hin und her, Auto anders aufbocken und es lief wieder. Doch wieder nur 1 Gallone. Dann die Prozedur zum dritten Mal. Dann kam mehr. Endlich lief es, als wieder mal die Polizei kam. Sie waren auf uns aufmerksam geworden, weil wir immer noch das "En venta" Schild am Auto hatten. Ein bolivianische Auto darf man in Peru nur verkaufen, wenn man es importiert hatte und das hatten wir ja noch nicht. Nach langer Inspektion, Abschreiben und "abnehmen" der Motornummer mittels Tesafilm und Sichtung der Papiere war alles ok und wir kratzen auch gleich das Schild ab. Gegen 16.30 Uhr, einigen Snickers und zwei Interessenten fuers Auto (die zufaellig unser Auto an der Tanke sahen) spaeter war das Auto so gut wie leer. Alles was ging, war draussen. Dann hiess es, Benzinschlauch wieder dran. Dazu musste einer der Jungs erst eine neue Stahlmanschette kaufen, die alte war ausgeleihert. Nach langem Hin und Her waren gegen 18 Uhr alles fertig. Nun hiess es wieder tanken. Alle waren der Meinung, das Benzin, was wir drinhatten,war 84er Oktan. Viel zu wenig und vor allem das Falsche. Wenn wir das gewusst haetten, haetten wir nur das zusaetzliche Oktan reinschuetten muessen. Nun hiess es 98er tanken. Nach 1 Gallone stotterte Schorsch noch immer. Noch eine, dann ging es besser. Naja. Mehr trauten wir uns nicht. Dann fuhren wir voellig fertig noch 2 Runden Testen und dann ins Hotel. Weg war das Gestottere nicht, doch irgendwie schien es besser. Es war ja noch eine falsche Gallone in den Leitungen zum Motor. Die wuerde es sein.

Abends wollten wir uns noch eine Ablenkung von dem Gau goennen und gingen ins Kino. "Wall-E", einen Disneyfilm hatten wir ausgesucht. Der war zwar in Spanisch, doch es gab eh kaum gesprochene Worte. So war es kein Thema, alles zu verstehen. Wir sassen zwar in der ersten Reihe und ich war nicht so ueberzeugt vom Film wie Flo, aber es war eine nette Abwechslung. Die Kinositze haben hier einen Mechanismus zum zuruecklehnen ... sehr cool!

Unser Plan, das Auto hier zu verkaufen ist echt zum Haareraufen. Alles schien sich gegen uns verschworen zu haben. Aber es half nichts. Einer der Interessenten von gestern, der Taxifahrer Martin erschien vielversprechend. Hoffen wir, dass es klappt.