Samstag, 12. Juli 2008

Willkommen in Peru

Nachdem wir erfolgreich aus Bolivien ausgereist sind, fehlte noch die Einreise in Peru. Der Grenzposten war 200m hinter dem bolivianischen und wir fuhren mit dem Auto vor. Da uns ein Herr gleich zum Auto anmelden schickte, gingen wir dorthin und nach 10 Minuten hatten wir auch den gelben Schein, der uns bestaetigte, dass wir mit unserem Schorsch in Peru fahren duerfen. Weitere 5 Min spaeter hatten wir unseren Einreisestempel und den Stempel der Policia. Alles war in 15 Min erledigt und sehr viel einfacher und unbuerokratischer als in Bolivien. Der Schalter der Migration war richtig nobel und hier schienen die Uhren etwas anders zu ticken.
Achja ... wir hatten schon wieder ein Angebot bekommen fuer unser Auto.
Apropos: Wir haben jetzt eine Std. Zeitverschiebung nach hinten, so dass wir nun 7 Std nach Deutschland sind. In Argentinien waren es 5, in Chile/Bolivien 6 und nun 7 Std.

Dann gings weiter Richtung Puno. Wir hatten gehoert, dass die Strassen in Peru besser als in Bolivien waeren und das wurde sofort widerlegt. Hier ist der Teer in keinem Fall besser, eher noch schlechter als gewohnt. Und: ueberall liegen grosse und kleine Steine mitten auf der Strasse, damit die Autos nur im Schneckentempo fahren koennen. Dazu kommen Massen an Glasscherben. Sehr aergerlich. Zudem hatten wir nach 1 Std Fahrt schon denm ersten Stau: wir standen ca. 20 Min an einer Baustelle bis unsere Richtung passieren durfte. Der Bus vorhin schlaengelte sich durch die Loecher und wir hatten echt Angst, dass er gleich umkippt. Noch eine Stunde spaeter der naechste Stau mitten in der Pampa. Ca. 20 Autos vor uns und 30 Minuten ging nix. Alle stiegen aus, schauten, doch nix passierte. Wir harrten der Dinge, waren sehr geduldig und dachten, das wird schon ... aber nix. Dann drehten 2/3 der Autos um und wir entschieden, ihnen zu folgen. Wir sind also ca. 5 km ueber Stock und Stein, Acker und Loecher den Micros nachgerast und bald waren wir wieder auf der Teerstrasse. Was hier auffiel: die Micros hatten tote und lebendige Schafe und Lamas auf dem Dachgepaecktraeger. Diese waren festgebunden und ein Netz obendrueber, damit sie Ruhe geben. Sehr gluecklich sahen die Tiere nicht aus und uns taten sie echt leid. Hier werden die Tiere wirklich als Ware behandelt. Der Obergag war: in einem Auto vor uns waren 2 Schafe im Kofferraum, die dort wie die Hunde rumlaufen konnten ...
Das fing echt gut an. Eines haben wir auch gesehen: Richtungsschilder gibt es zwar in Peru, doch die sind so verschmiert oder kaputt, dass man nix lesen kann. Bravo. Man muss also wieder an jeder Ecke nach dem Weg fragen, aber das sind wir ja gewoehnt (was wir in den Wochen schon nach Wegen gefragt haben, geht echt auf keine Kuhhaut).

Auf dem Weg machten wir Picknick an einem wunderschoenen kleinen Sand-Strand am Titicaca-See, der echt aussieht, als sei er am Meer. Sehr idyllisch und wunderschoen. Als die Massen mit den Bussen kamen, sind wir gefluechtet ... denn die hatten natuerlich wieder Beschallung dabei, ohne geht es hier einfach nicht. Nachmittags kamen wir im chaotischen Puno an, das wir erst mal mit 3 Stadtrundfahrten beehrten, ehe wir das Zentrum fanden. Ein Hotel mit Garaje war recht schnell gefunden und auch war schnell klar, die Preise sind hier anders als in Bolivien. 100 Soles (ca. 23 EUR) fuer ein Doppelzimmer (inkl. Garaje und WiFi) . Naja, aber es war toll. Abends noch eine leckere Pizza und wir waren happy. In Puno ist alles viel hektischer und schneller und man muss wirklich auf seine Sachen aufpassen. Ueberall Verkaeufer, die ihre Ware an den Mann bringen wollen, die Unaufdringlichkeit der Menschen hatte nun ein Ende. Nachdem wir im Tourioffice eine nette Beratung hatten, war uns klar, hier lohnt es sich nicht zu bleiben. Cusco ruft.

So sind wir am Freitag in aller Frueh Richtung Cusco aufgebrochen. Was in Peru toll ist: es gibt Baecker mit leckerem Brot und riesigen Croissants (nicht so lecker, wie sie aussehen, aber immerhin). Also dort noch eingekauft und es ging los. Nach einigem Herumirren hatten wir auch den Weg aus der Stadt gefunden und steuerten auf einer misserablen Strasse Juliaca an, ca. 40km weiter. Dort gerieten wir natuerlich in einen Stau. Nix ging mehr, weil Hunderte von Schuelern mitten auf der Durchgangsstrasse eine Sportveranstaltung hatten. So mussten wir einen Umweg durch die Stadt suchen, was alles andere als leicht war, bei den vielen Einbahnstrassen. Nach ca. 20 Min Irrungen und Wirrungen half uns ein netter Peruaner mit seinem Moped aus der Stadt, der sich zugleich wieder mal fuer unser Auto interessierte. Immerhin hat ihn der Preis von 7.000 USD nicht vom Moped gehauen, das war schon mal supi. Vielleicht gibt es doch Chancen, das Auto unterwegs loszuwerden .... nach Juliaca kamen jede Menge kleiner Orte und die Landschaft veraenderte sich. Alles wurde gruener und huegeliger, obwohl wir nur von 3.800m auf 3.300m runterfuhren. Was auffaellig war, am Land in Peru hat jedes Haus sein eigenes Klohaus ca. 30 m vom Haus entfernt und das ist aus blauem Wellblech mit Schornstein (alle gleich!). Sehen sehr lustig aus. Wir fuhren an einem Fluss entlang, der richtig viel Wasser hatte und erreichten am Ende auf doch noch toller Strasse nach ca. 7 Std. Cusco (350km).
Man findet sich in der Stadt sehr leicht zurecht. Ein Besuch im erstbesten Supermarkt bescherte uns sogar unseren Bonle-Streichkaese, juhu. Wir fuhren direkt nach "San Blas", einen Ortsteil, in dem es viele Hostals geben sollte. Nachden wir einige durch hatten, war klar, die Preise sind hier hoch und viele Unterkuenfte voll. Hochsaison. Wir fanden ein nettes, aber einfaches Zimmer bei Eddy, einem netten Herrn mittleren Alters, der einen toll bewachsenen Innenhof hat. 90 Sol, 22 EUR, nicht billig, aber ok. Unser Auto kam in einer oeffentliche, auch nicht billige Garage und wir waren happy. Nach einem kurzen Streifzug durch die Stadt kamen wir zum Tourioffice und machten uns schlau, was wir hier alles machen koennen und das ist nicht wenig. Viele Inkaruinen, eine tolle Stadt und natuerlich Macchu Picchu. Der Inkatrail ist out, auf 3 Monate im Voraus ausgebucht. Aber das wussten wir ja schon. Im Cafe Bagdad assen wir die ersten peruanischen Gerichte. Sehr lecker. Erst mal gab es "Mais tostado", das sind geroestete salzige Maiskoerner, genial. Dann Huehnchen mit cremiger Knoblauchsosse, sehr lecker. Und einen ausgezeichneten Schokokuchen. Kochen koennen die Peruaner. Hier fanden wir dann auch gleich eine Spezialitaet auf der Karte, die seltsam anmutet: gegrilltes Cuy (Meerschwein). Das sieht wirklich gewoehnungsbeduerftig aus ... so im ganzem am Spiess. Mal sehen, ob wir uns trauen, das zu testen.

Heute haben wir wunderbar ausgeschlafen (es war wirklich sehr ruhig und warm), das war noetig nach der anstrengenden Fahrerei. Wir haben dann in San Blas mit seinen vielen Geschaeften drei tolle, gemalte Aquarell- und Oel-Bilder erstanden, bis es weiter Richtung Stadt ging. Die Innenstadt ist gut zu Fuss erreichbar und wunderschoen. Ueberall gibt es blaue Balkone und alte Haeuser. Die Kathedrale ist sehr impossant, allerdings haben wir sie nur von aussen gesehen, da uns der Eintritt mit 6 EUR (plus 5 fuer das Museum, plus 6 fuer die Turmbesteigung) einfach zu dreist war. Hier wird fuer alles und jedes viel Geld verlangt und die meisten Touris scheinen es zu bezahlen.
Was hier ebenfalls in der Stadt auffaellt, sind Minitaxis. Da die Stadt am Huegel gebaut ist und es jede Menge ganz enge Gassen gibt, sind fast alle Taxis so gross wie ein Fiat Panda (Daewoo irgendwas) ... diese Gefaehrte rasen mit hoher Geschwindigkeit ueberall durch die Stadt so dass das Strassen ueberqueren gar nicht so einfach ist. Nachmittags haben wir ein tolles Cafe mit superleckeren Torten gefunden. Kulinarisch sind wir hier im Paradies. Perfekt. Internet ist hier auch superschnell, nur alles ist teuer. Cusco ist angeblich eine der teuersten Staedte in Suedamerika und sie lebt nur vom Tourismus.

Morgen fahren wir weiter mit dem Auto Richtung Santa Teresa und Aguas Calientes, wo wir uebernachten wollen und von wo aus wir am Montag nach Macchu Picchu starten wollen.

Mittwoch, 9. Juli 2008

Isla del Sol und Hasta luego Bolivia

Die Isla del Sol ist 14,3 km² groß und 1 km vom Festland entfernt. Der ursprüngliche Name der Insel lautete Titicaca, wonach später auch der Titicacasee benannt wurde. Er soll auf zwei Aymara-Wörtern beruhen: titi heißt "Große Katze" und kak heißt "Felsen". Frei übersetzt bedeutet es "Puma-Felsen".
Diesen "Puma-Felsen" galt es zu erklimmen ... also schnell bei einer Agentur ein Ticket erstanden. 20 $us pro Person fuer die Ueberfahrt, alle Eintritte und einen Guide der auf englisch alles erklaeren sollte. Um 08:15 Uhr sollten wir von ihm abgeholt werden vom Hostal.
Uns hat es zuerst nur ein bisschen gewundert dass um die genannte Uhrzeit nur eine Frau da stand und sagte wir sollten den Guide unten am Hafen treffen. Nachdem wir in ca. 10 Minuten zum Hafen geschlappt waren (es war arschkalt, das Wasser auf der Strasse gefrohren) bestiegen wir das Boot ohne unseren Guide. Uns gegenueber sass eine Bolivianische Familie mit zwei jungen Maedels aus Deutschland die wohl zu Besuch waren. Nach ca. 2 Stunden Fahrt (die Kiste hatte nur einen Motor und der wurde auch bei weiten nicht ueberbeansprucht) kamen wir auf der Islo del Sol im Norden an. Unerwartet (wir hatten ihn schon abgeschrieben) tauchte Vicente ploetzlich auf und stellte sich als unser Guide vor. Wir bekamen einen bevorzugten Einlass im Museum und eine super tolle Erklaerung zu jedem Ausstellungsstueck.
Die anschliessende Wanderung zu einzelnen Inka-Ruinen und zum Hafen im Sueden dauerte ca. 4,5 Stunden und wir merkten mal wieder dass es nicht so leicht ist in dieser Hoehe (3.840 Meter) zu wandern. Mitten auf dem Weg ueber den Bergruecken wollte uns noch ein bolivianischer Wegelagerer zwei Tickets fuer je 5 Bol verkaufen die wir gluecklicherweise und dank Vincent nicht bezahlen mussten. Der Mann ist ein einfacher Dorfbewohner der sich mit dem Verkauf von falschen, professionell aussehenden Tickets ein Zubrot verdient.
Nachdem Vincent auf dem Weg nach Sueden (mit der Sonne im Ruecken) fast jeden gegruesst hatte und bei jedem ein paar Minuten mit Ratschen verbrachte (wir waren gar nicht boese fuer die Pausen!) kamen wir wohlbehalten bei der zweiten heiligen Quelle an.
Bei der Rueckreise war das Boot komischer Weise doppelt so voll und wir quetschten uns zu den 30 zusaetzlichen Einheimischen die der Kapitaen fuer 5 Bol aufgenommen hatte.
Wieder im Hotel wurden ersteinmal die sonnengeroeteten Stellen mit Creme versorgt und danach hiess es nur noch "ab in die Haia".


¡Kasani! ¡Kasani! ¡Kasani! ¡Kasani! ¡Kasani! ¡Kasani! ¡Kasani! Huuphupupupup
"Guten Morgen Schatz!"
Huuuphuuupupupup
"Guten Morgen! Wieviel Uhr haben wir denn?"
¡Kasani! ¡Kasani!
"Es ist kurz nach halb sechs."
¡Kasani!
"Oh, da hat er uns heute ein bisschen laenger schlafen lassen ... hast Du die Hunde heute Nacht gehoert?"
... (ausnahmsweise Stille) ...
"Ja ... aber der Gockel gegen 4 war schlimmer."
Hupupup
"Den hab ich dieses mal gar nicht gehoert! Wie hast Du denn geschlafen?"
"Nicht schlecht ... halt wie immer hier."
¡Kasani! ¡Kasani! ¡Kasani! (Dieses mal die Stimme eines Jungen.)
"Warte ich mach erstmal das Fenster zu."
*Fenster wird geschlossen*
¡Kasani! ¡Kasani!
"Schon besser."

... so und aehnlich sehen hier einige Morgen aus ... Laerm und Muell gibt es hier in Bolivien an jeder Ecke genuegend. Interessanter Weise ist es so dass alle Guides in abgelegenen, ruhigen Gegenden begeistert erzaehlen wie "tranquil" (ruhig) es dort sei ... andererseits hupen und laermen (super lautes Radio und Fernsehgeraet, Motoren, Schreien) die Leute ungehemmt und ueberall.

So, nachdem wir also puenktlich geweckt worden waren konnten wir gemuetlich packen und fruehstuecken und dann los. Achja ... noch schnell ins Internet (die Gelegenheit nutzen) und eMails und Kommentare checken.

Auf der Fahrt zur Grenze (tolle Landschaften, super Strasse) stellte sich heraus dass der angepriesene Ort "Kasani" zufaellig auch die Grenze zu Peru darstellt. Jetzt hiess es ausreisen ... und zwar mit eigenem Auto. Also los:
  1. An der Grenze ist die Schranke zu ... also los geht es in die einzelnen Bueros der Grenzbehoerden.

  2. Oficina de Migration -> kein Problem wir haben einen Polizisten angequatscht der uns sogleich an ca. 50 Einreisewilligen vorbei geschleusst hat und zack zack waren die Stempel auf den Paessen.

  3. Zoll-Amt fuer das Auto ... Carnet abgeben, die Daten (die da drauf stehen) nochmal muendlich mitteilen und natuerlich zum naechsten Copyshop eine Kopie vom Perso und die Carnet (vorne und hinten) ist noetig

  4. Copyshop: wir lassen gleich 5 Kopien machen ... sicher ist sicher wir kennen die Papenheimer ja: 10 Blaetter ... 10 Bolivianos bitte! (Wow was fuer Halsabschneider, in Sucre kosteten 10 Kopien ca. 2,5 Bol.)

  5. Zoll-Amt Nr. 2:
    Beamter: "Wann kommen sie zurueck nach Bolivien?"
    Susi: "Wahrscheinlich in ca. 5 Wochen."
    Beamter: "Wann genau?"
    Susi: "Wissen wir nicht."
    Beamter: "Hmhm ..." (er schreibt irgendetwas in seinen COMPUTER)
    Wir bekommen nach ca. 10 Minuten ein sehr professionell aussehendes DinA4 Blatt mit dem Namen "Halmtburgert".

  6. Copyshop Nr. 2: Man weiss ja nie ... schnell noch 4 Kopien vom Ausreiseblatt machen. Diese sollen jetzt schon 8 Bolivianos kosten (ein Kind von ca. 8 Jahren bedient gerade den Kopierer) ... wir bezahlen vier und gehen.

  7. Policia: Er macht einen Eintrag aller Daten von der Carnet in ein Buch ... ich unterschreibe und wir bekommen einen Stempel hinten auf das Original Blatt.

  8. Nochmal kopieren lassen? Nein ... jetzt wuerde es wahrscheinlich schon 16 Bols kosten ... machen wir also lieber wann anders.

  9. Zur Grenze und durch ... der nette Beamte am Schlagbaum kannte uns ja schon und winkte uns gleich durch.
Puh ... endlich geschafft und weiter geht es ca. 200 Meter nach Peru.






Dienstag, 8. Juli 2008

Der Titicacasee und Copacabana

Gestern frueh sind wir gegen 8 Uhr aufgestanden. Da erwartete uns schon die erste Ueberraschung. Es klopfte an unsere Tuere und davor standen der Besitzer der Bike-Agentur CXC und unser 16jaehriger Guide vom Vortag. Flo war unter der Dusche, so dass ich die beiden begruesste und leicht erstaunt war, was sie hier wollten. Ich hatte gleich ein ungutes Gefuehl. Und schon ging es los. Der Chef der Agentur, ein Hollaender, Name vergessen, hat mich darum gebeten, das Geld (160BS sind ca. 16 EUR), das er uns gestern freiwillig zurueckerstattet hatte, wieder zu geben. Er haette die Raeder gecheckt und sie waeren fuer ihn ok gewesen. Zudem waere es unverantwortlich gewesen, den Guide allein die Strecke fahren zu lassen. Was soll ich sagen. Haha. Sind wir dafuer zustaendig, unseren Guide zu beaufsichtigen? Ist es unser Bier, wenn der erst 16jaehrige nicht mit uns Bus fahren wollte?
Nachdem er diverse unschoene Dinge von sich gab, kam auch schon Flo tropfend aus der Dusche nur mit einem Handtuch um die Hueften und war ebenso wenig erfreut, die beiden zu sehen. Auch er konnte es kaum fassen, dass dem Hollaender die 40 EUR, die wir immerhin gezahlt hatten, nicht genug fuer eine missglueckte Tour waren und er tatsaechlich die Frechheit besass, auch noch den Rest zu fordern. Da hatten wir den Guten wohl an der hollaendischen Fahrradehre gepackt. Angeblich haette unser Guide unsere Gespraeche - also Deutsch - verstanden. Und wir haetten gesagt dass wir platt gewesen waeren. Leider konnte Loy nicht einmal ein Wort englisch, geschweige denn Deutsch.
Abgesehen davon hatten wir uns lediglich ueber den schlechten Zustand der Bikes und die mangelnde Ausruestung sowie fehlende Vorbesprechung beklagt. Wir haben Fakten ueber Fakten aufgezaehlt (schlechte Bremsen und Schaltung, nicht genuegend Ausruestung, usw. , doch das hat den Hollaender nur noch mehr in Rage gebracht, bis er uns als Luegner beschimpfte und uns die Pest an den Hals wuenschte (im Detail: wir waeren Arschloecher und die Bremsen unseres Autos moegen doch versagen!). Bravo. Dann hat Flo ihm die Tuer vor der Nase zugemacht, was ihn nicht sehr begeistert hat, (er hat weiterhin auf uns eingeschimpft) doch immerhin war er draussen. Ich hatte danach echt Bammel, dass er uns was will, doch Gott sei Dank ist er abgezogen.

Wir haben dann noch versucht, unseren kaputten Benzinkanister zu flicken. Dort war bei der Herfahrt der Deckel aufgrund des Druckes der Hoehe geplatzt. Wir hatten schon immer wieder einen Druckausgleich gemacht, doch das hatte wohl nicht gereicht, so dass ein Riss im Deckel war. Flo hat ihn mit Schnueren, Folie und Faeden geflickt. Dann gings los. Wir sind diesmal zum Glueck gut an der Polizeikontrolle vorbeigekommen, denn der Beamte vom letzten Mal hatte frei. Aufatmen.
Nach kurzer Zeit und diversen Staubladungen durchs Fenster spaeter hat sich bewiesen, dass der Kanister immer noch undicht war und der Benzingestank im Auto unertraeglich. So haben wir angehalten und versucht, das Benzin in den Tank umzufuellen. Nicht so einfach, wenn man keinen Einfuellstutzen hat. Festes Papier hat als Trichter versagt, doch wir haben es so halbwegs hinbekommen. Anschliessend mussten wir den stinkenden Kanister am Wegrand stehen lassen, mit schlechtem Gewissen, doch der Benzingestank waerer noch schlimmer gewesen. Wir hatten Glueck, dass ein kleiner Wasserfall in der Naehe war, wo wir uns noch den Rest des Benzins von den Fingern gewaschen haben.

So sind wir gegen 13.30 Uhr in La Paz angekommen, haben noch schnell Geld geholt (am Titicacasee sollte es keinen Automaten geben) und weiter gings. Es war alles andere als einfach, den Weg Richtung Copacabana zu finden und schnell wurde uns klar, dass es Montag war und wir hatten mit unserem Kennzeichen am Montag ins Zentrum fahren durften. Doch zu spaet. Schon waren wir mitten drin. Wir hofften, dass uns keiner entdeckt, doch Pustekuchen. Nachdem wir uns schon dem Ende der Verbotszone naeherten, hielt uns ein Polizist auf und wollte 70 BS, weil wir illegal fuhren. Wir haben uns dumm gestellt, die unwissenden Auslaender mit 3 Worten Spanisch gemimt und es hat funktioniert. Er liess uns passieren. Aufatmen. Es dauerte keine 2 Minuten, schon der Naechste. Der war auf dem Motorrad und hielt uns mitten in einer Kreuzung an, als wir einen Moment gezoegert hatten, ob wir links oder rechts fahren sollten. Er war sehr hartnaeckig und die Masche des dummen Touris schien nicht zu ziehen. Er meinte, wir muessten das Geld bei der Bank soundso deponieren (jetzt waren es schon 200 Bol), die in mitten der Stadt waere. Haha. Wir sollten wir denn da wieder dahin finden, wo wir hinwollten. Ausserdem duerften wir ja heute nicht in der sTadt fahren. Dann wollte Flo ihm 10BS "Schweigegeld" geben, das wollte er leider nicht. Er hat immer wieder gesagt, dass wir hier Fahrverbot haetten und am Ende war er bereit, dass wir gemeinsam zu einer Tankstelle fahren und wir ihm 15 Liter Benzin zahlen. Doch auf die Frage, wo die Tanke sei, sagte er, in der Stadt. Schlecht. Wieder das Problem, dann das richtige Loch aus der Stadt zu finden und vor allem weiter Gefahr zu laufen, wieder in eine Kontrolle zu kommen. So haben wir noch 10 Min hin und her und uns dumm gestellt, dann hat er die 10 BS genommen und liess uns ziehen. Juhu. Nach mehrmaligem Nachfragen hatten wir dann auch nach 10 Abzweigungen den richtigen Weg und mussten uns wieder mal durch Massen an Bussen und Trufis quetschen. Nach 2 voellig erschoepfenden Stunden waren wir endlich aus der Stadt.

Gegen Nachmittag naeherten wir uns auf sehr guten Stassen dem See und waren begeistert. Der Titicacasee ist tiefblau und wirkt vor dem Hintergrund der schneebedeckten Gipfel und der gelben Felder wunderschoen. Wir waren ueberwaeltigt. Der Titicaca-See ist das höchstgelegene kommerziell schiffbare Gewässer der Erde. Er liegt auf einer Höhe von 3810 m über dem Meeresspiegel, ist 194 km lang und 65 km breit und hat eine mittlere Tiefe von 140 bis 180 m und eine maximale Tiefe von 370 m. Mehr als 25 Fluesse fließen in den Titicaca-See. Es gibt eine Vielzahl großer und kleiner Inseln, von denen einige Relikte der Inkkultur beherbergen, z. B. die Isla del Sol.
Die Herkunft des Namens Titicaca, ursprünglich eine Bezeichnung für die Sonneninsel ist nicht sicher bekannt. Er soll auf zwei Aymara-Wörtern beruhen: titi heißt „Große Katze“ oder „Puma“ und kaka heißt „grau“. Der Legende nach ist der erste Inka, Manco Capac über einen Felsen auf der Sonneninsel („Titi-Karka“, oder „Puma-Felsen“; „karka“ = Stein, Felsen) auf die Erde gestiegen. Dieser Felsen hat (mit genügend Fantasie betrachtet) die Form des Kopfes einer Wildkatze. Eine liegende Katze ist aber auch zu erkennen, wenn die Landkarte mit dem See auf den Kopf gestellt wird. Auf Quechua dagegen heißt titi „Blei“ oder „bleifarben“, qaqa heißt „Felsen“, also „bleierner (bleifarbener) Felsen“.
Nach ca. 40km um den See kamen wir in San Pablo, einem kleinen Ort, in dem wir mit dem Boot uebersetzen sollten, an. Wir hatten uns schon ein wenig Sorgen gemacht, dass wir um die Uhrzeit noch ein Boot bekommen, doch es gab hier sicher 20. Bis wir uns versahen, fuhren wir mit unserem Jeep schon auf den wackligen Holz-Kahn und schon gings los. Uns kam ein Boot mit einem Bus entgegen, da meinte man, das ganze Ding versinkt gleich im See. Nach ca. 10 Minuten und einem tollen Blick auf die Landschaft kamen wir am Schwesterort San Pedro an. Noch 45km und wir naeherten uns ueber die Berge dem Ort Copacabana. Der Ort ligt herrlich in einer Bucht der Halbinsel "Peninsula de Copacabana". Der Sonnenuntergang war genau auf uns getimed. Wir fuhren zum Strand und da war er. Tolll.... Der See wirkt hier so gross wie ein Meer und man sieht am Horizont nichts als Wasser und ein paar Inseln. Ich habe noch nie solch einen riesigen See gesehen. Copacabana liegt ca. 10 Kilometer von der peruanisch-bolivianischen Grenze entfernt auf 3841m . Der Ort besitzt ca. 8.000 Einwohner und ist durch seine Lage und touristische Infrastruktur bei Individualtouristen, die auf der Südroute durch Peru unterwegs sind, beliebt.

Nach dem Sonnenuntergang wollten wir eigentlich ins Hostal "La Cupula", das einen sehr guten Ruf hat. Doch das war leider voll. So sind wir in einem anderen netten Hostal gelandet und von unserem Zimmer aus haben wir Blick auf den See. Wunderschoen. Noch schnell was essen. Im Restaurant hat uns ein Junge bedient. Unglaublich, wie hier bedient wird. Ist fast ueberall das Gleiche. Das Besteck gibt es erst, wenn das Essen schon halb kalt ist und fuer jede Gabel, Salz, Messer, Glas muss extra gelaufen werden, so dass alles unendlich lange dauert. Nachdem Flo nach einer Ewigkeit die Nudeln unseres Tischnachbarn bekommen hatte und er sie wegen Hunger trotzdem gegessen hat, war die Verwirrung perfekt :).

Die Nacht war aufgrund der Kaelte nicht so angenehm und vor allem hat die Badtuer so geknarzt, dass man im Bett stand, wenn der andere sich dieser nur genaehert hat. In aller Frueh um halb sieben ging draussen ein Geschrei los. Ein Mann hupte permanent (keine Uebertreibung) und schrieh dabei im sekundenabstand "Kansali, Kansali": Flo dachte zuerst dass ein Marktschreier etwas verkaufen wuerde ... aber warum dann die Hupe. Dann stellte sich heraus: Es war ein Trufifahrer, der Fahrten in den Ort "Kansali" verkaufen wollte. Nicht, dass die Menschen um die Zeit in ein Kaff in der Pampa fahren wollen und auch, dass die die doch fahren wollen nicht wuessten, wo die Trufis abfahren. Nach einer Stunde Dauerbeschallung gaben wir das Schlafen auf und waren hellwach...

Aufgestanden gab es zu unserem Erstaunen halbwegs frische Brote, wenn auch der Esssaal Minusgrade aufwies. Anschliessend haben wir erst mal unsere sehr staubige Waesche der Vortage gewaschen, da das Hotel Esmeralda die Waesche nach der der Maschinenwaesche schmutziger zurueckgab, als wir sie abgegeben hatten.
Dann gings zu Fuss los zum Cerro Calvario, dem gut 4.000 m hohen Hausberg von Copacabana. Der Weg hinauf ist unter den Pilgern beliebt, da er auf 14 Stationen den Leidensweg Jesu bis zur Kreuzigung zeigt. Aufgrund der Hoehe haben wir ganz schoen gekeucht, aber wir haben ihn bezwungen. Was hier wieder einmal sehr unangenehm auffiel, waren die Berge an Muell, die es UEBERALL gab. Nachdem sich ein Junge ca. 15 Meter vor unserer Nase mitten auf der Wiese hinsetzte und sein grosses Geschaeft verrichtete, hatten wir es endgueltig schwarz auf weiss. Die Umwelt zaehlt hier nix, auch wenn die Menschen die Pachamama sonst immer und ueberall anbeten und ihr huldigen. Ueberall wird alles hingeworfen was man gerade nicht mehr braucht. Egal ob ein Muelleimer 2m weiter ist oder nicht. Ueberall sind Haufen von Tier und Mensch samt Klopapierfetzen und es stinkt dementsprechend. Die Menschen haben kein Gefuehl dafuer, dass es ihre eigene Um-Welt ist, die sie ruinieren.

Wieder unten im Dorf haben wir im Mercado einen Streichkaese erstanden, wenn auch nicht den, den es in der Stadt gab. Diesen gab es natuerlich im Fleischviertel, in dem es mit den Kuh- und Schweinehaelften dementsprechend stank. Aber wir sind ja schon dran gewoehnt.
Ein Mittagessen spaeter sind wir zur wunderschoenen Kathedrale gelaufen. Darin befindet sich die einen Meter hohe Figur der „Dunklen Jungfrau“ bzw. Virgen Morena, auch Virgen de Copacabana genannt. Die Figur wurde 1576 von einem Indio aus dunklem Holz geschnitzt. Sie hat eine Krone aus purem Gold. Die zugehörige Basilika im maurischen Stil wurde erst 1820 erbaut. Die Basilika sieht aus wie eine Moschee und ist wunderschoen, auch ihre zahlreichen Nebenkapellen.

Der Marienfigur werden zahlreiche Wunder und Heilungen zugeschrieben, sie wird als Schutzheilige des Titicaca-Sees verehrt. An jedem Wochenende kommen hier Familien aus ganz Bolivien und dem angrenzenden Peru und lassen ihre Autos segnen. Der Segen wird von einem Schamanen erteilt. Wir konnten solch einem Ritual auf dem Berg folgen. Dort gab es viele Altare, vor denen die Schamanen sassen. Eine Familie hatte ein Plastikauto, Plastikgeld und einen Wunschzettel dabei, auf das in der Zukunft Wirklichkeit werden sollte. Es gab viel Weihrauch, Beschwoerungsformeln, Bier wurde verspritzt, Kronenkorken gedeutet, Worte nachgesprochen. Dieses Ritual soll den Menschen verhelfen, dass ihre Wuensche in Erfuellung gehen.

Nachdem wir ca. 1 Std nach einem funkionierenden Internet gesucht hatten, waren wir endlich erfolgreich. Immerhin habe ich am Markt noch eine riesen Tuete mit gepopptem Mais und Weizen erstanden (7BS). Das ist genial hier. Der Weizen sieht aus wie Smacks, nur groesser und ist nicht so suess. Der Mais wie Popkorn, nur auch groesser und weniger Zucker. Das Ganze gibts auch mit Reis und alles ist superlecker. Diese Snacks werden hier schubkarnweise verkauft (kein Witz). Das Internet kostet hier im Touriort ein Vermoegen. 12BS pro Std, in La Paz waren es 7 fuer 3,5 Std. Naja.


Sonntag, 6. Juli 2008

Las Jungas / Choroico

Am Freitag sind wir gegen 11 Uhr in La Paz gestartet und haben gleich gesehen, dass unser neuer "especho" (Aussenspiegel) super ist. War nicht so einfach, das Loch aus der Stadt Richtung Coroico zu finden. An der Rezeption des Hostals haben wir immerhin erfahren, wie wir bis zum Busterminal kommen und dort war wieder mal nachfragen angesagt. Drei Leute gefragt, zwei Antworten. Wir haben uns fuer die Mehrheit entschieden und das war gut so. Nach kurzer Strecke hat sich herausgestellt, dass wir tatsaechlich die Teerstrasse nach Coroico erwischt hatten, die seit 2003 existiert. Die alte Strasse war naemlich ein Acker und zwar angeblich die "gefaehrlichste Strasse der Welt". Die Strecke sollte uns in die Jungas fuehren, der gemaessigten Landschaft zwischen dem Altiplano und dem feuchtheissen Amazonasgebiet. Dort werden Fruechte, Cafe und vor allem Koka angebaut. Neben Capare sind die Jungas das groesste Koka-Anbaugebiet in Bolivien. Die Strasse nach Coroico fuehrte uns ueber hohe Berge auf einer atemberaubenden Strecke mit der besten Sicht der ganzen Reise. Die Landschaft wurde schnell gruener und man konnte bis ins Unendliche nach unten blicken. Ganz schoen mulmig an manchen Stellen. Die Strasse zog sich ueber die Berge, Schleifen ueber Schleifen.

Nach einigen Fotostops haben wir an einer Ecke Halt gemacht, an der auch schon ein Bus am Reifen wechseln war. Ploetzlich hat uns ein Mann angesprochen, den wir schon in einem Auto hinter uns auf der Strasse gesehen hatten. Er hat sich fuer unser Auto interessiert und hat uns das erste echte Angebot gemacht. 5.500 USD. Und er kann bis August warten, das Auto muss nur irgendwie nach La Paz kommen. Das ist doch schon mal ein Anfang. Schauen wir mal. Wenn uns nichts besseres einfaellt, ist das auf jeden Fall eine Option.

Auf der Strecke gab es diverse Kontrollen und Polizeiposten. Hier werdem vor allem die Papiere und die Autos auf Drogen kontrolliert, schliesslich fuhren wir ins Megaanbaugebiet. So wurden wir, wie immer genau registriert, doch das sind wir ja schon gewoehnt. Immerhin sind die Polizisten immer sehr nett und auch hier hat sich wieder mal einer fuer unser Auto interessiert :)

Nach ca. 3 Std Fahrt sind wir erneut an einem Polizeiposten angekommen. Dort hiess es: Aussteigen und Papiere vorzeigen. Der juengere Polizist wollte mich nicht passieren lassen, da wir angeblich keine "Rosette" am Auto hatten, das ist eine Art TUV Bescheinigung. Diese ist aber fuer unser Auto nicht noetig, da es neu gekauft ist und wir hatten so auch noch nie ein Problem. Doch hier war es ploetzlich eines. Wir hatten mittlerweile seit 10 Minuten mit dem Herren diskutiert, mit ihm Gesetzestexte gesichtet und den ganzen Verkehr aufgehalten, so dass wir zur Seite fahren mussten. Schliesslich wussten wir uns nicht mehr anders zu helfen und riefen wieder mal unseren Retter in der Not, Jorge an ... der sprach mit dem Herren und sagte mir, ich solle ihm 20 BS geben, dann wuerde er uns durchlassen. So geschah es. Immerhin war er gnaedig und gab sich sogar mit 10 BS zufrieden. Glueck gehabt. Wir hatten alles richtig gemacht, doch der Polizist hatte sich wohl gedacht, dass er sein Gehalt mit uns Gringos ein wenig aufbessern kann. Naja. Damit fing es also schon mal gut an...Die letzten 15 Minuten sind wir auf einem Acker nach Coroico gefahren und hatten nach einigen Nachfragen auch das Hotel Esmeralda gefunden. Dies hatte uns unser Taxifahrer und Spiegelretter Augusto in La Paz empfohlen. Dort hatten wir festgestellt, dass uns der Deckel vom Benzinkanister wegen der Hoehenunterschiede geplatzt war (nix passiert oder ausgelaufen). Im Hotel hatten wir ein nettes Zimmer mit Haengematte auf dem Balkon bekommen, wenn das auch nur fuer eine Nacht ging. Das Hotel liegt wunderschoen oben am Berg, ein wenig ausserhalb des Ortes, terassenfoermig angelegt. Wir mussten gleich den Pool testen, zumal es wirklich warm war. Da dieser, wie alles Wasser hier aus einem nahegelegenen Wasserfall kommt, ist der Pool eisig kalt, doch wir hatten es trotzdem gewagt. Wenn schon mal ein Pool da ist, muss er schliesslich auch genutzt werden. Nachdem wir kraefig durchgefroren waren, hatten wir den Plan, hier im Hotel was zu essen. Leider hat sich niemand erbarmt, uns zu erklaeren, wie dies funktioniert. Ein Buffet war in Sicht, ein Kellner nicht. Speisekarten gab es diverse verschiedene, nur welche war die Richtige? Nachdem ewig keiner kam, haben wir den beschaeftigen Herren, der abspuehlte, befragt. Er war alles andere als freundlich, aber immerhin wussten wir dann, dass es heute nur Buffet gab. Naja. Besser als nix. Lecker war es nicht wirklich, aber dafuer war der Service auch wirklich eine Frechheit... WiFi sollte es geben, ging auch nicht. Um 22 Uhr haben sie uns rausgeworfen, da geschlossen wurde. Naja. Das gab uns den Rest und wir waren echt schon angesaeuert. Als wir noch die Waesche abgeben wollten, hiess es ebenfalls, nur in der Frueh kann man was abgeben. Ist ja auch wirklich zu viel verlangt, so einen Beutel Waesche am Abend anzunehmen. So ein tolles Hotel und dann so ein Service, schade. Immerhin war es ja auch nicht so billig. 20 EUR pro Nacht sind hier viel Geld.

Am naechsten Tag (Samstag) haben wir eine Wanderung zu dem Wasserfall gemacht, der das Wasser hier liefert. Die Tour ging ca. 2 Std um die Berge herum und man hatte einen tollen Ausblick. Wir liefen einen kleinen Wanderweg, der uns durch die Kokapantagen fuehrte. Die Blaetter des Koka hier sind kleiner als in Capare, doch dafuer sind sie feiner. Koka wird hier an den Steilhaengen in Terassen angebaut, die nicht mit Maschinen bearbeitet werden koennen. So ist in den Plantagen alles Handarbeit. Die Maenner sind fuer das Anlegen der Terassen und Pflanzen der Setzlinge, die Frauen fuer die Ernte zustaendig. Die Frauen ziehen dazu ihre besten Kleider an, so hoch wird die Ernte hier angesehen. Dabei wird natuerlich fleissig Koka gekaut. Wir haben einige Fauen bei der Ernte gesehen, die die Blaetter in ihre Schuerzen gezupft haben, was bei der Hitze und der gebueckten Haltung eine schwere Arbeit ist. Der Wasserfall, an dem wir gepicknickt haben, war nicht wirklich aufregend, aber die Strecke dorthin war superschoen. Der Blick ueber die Berge war wieder einmal fantastisch und was mich nach wie vor an Bolivien fasziniert, ist diese unendliche Weite. Kilometer ueber Kilometer nichts als Berge, Pflanzen und Steine. Und die Berge sind hier wahnsinnig hoch. Bei uns bildet man sich ja bei 2400m schon ein, hochalpin zu sein, darueber kann man hier nur lachen. Auf 2400m liegen riesige Staedte und Ebenen... Der Weg zurueck vom Wasserfall ins Hotel war schnell gefunden, auch wenn wir einmal eine falsche Abzweigung erwischt hatten, kamen wir gut dort wieder an.

Nachmittags haben wir uns dann auf den Weg ins Dort gemacht und erst mal eingekauft. Anschliessend sind wir in der Pizzeria Italia gelandet und waren doch die einzigen Gaeste. Meine Pizza hat schon 20 Minuten gedauert, Flo´s noch einmal so lange. So dass wir nacheinander gegessen haben ... Waehrenddessen war noch ein Tisch besetzt und weitere 16 (!) Leute sind in das Restaurant gekommen, haben sich hin gesetzt und sind wieder gegangen, weil niemand da war, der bediente. Der Service war auch hier unglaublich schlecht, auch wenn die Pizza gut war. Wir haben hier immer mehr den Eindruck, dass die Menschen hier - obwohl sie zum Teil sehr arm sind - einfach kein Geschaeft machen wollen. Sehr seltsam, denn Moeglichkeiten dazu gibt es genug.

Dann sollte die Agentur gefunden werden, mit der wir hier Unternehmungen machen koennen. Wir wollten mit den Rad die bekannte Todesstrecke (alte Strasse) fahren, die ueber riesige Abhaenge fuehrt. Die Tour ist von La Paz aus buchbar, doch wir dachten, dass das vor Ort besser waere. Falsch gedacht. Hier hat sich herausgestellt, dass es nur eine Agentur gibt, die dies anbietet, CXC Coroico. Nachdem wir das ganze Dorf abgesucht hatten und 2x gefragt hatten, fand sich diese in einer dunklen, etwas gruseligen Seitenstrasse ganz unten. Die Tuer war halboffen, alles war duster. Ich wollte schon aufgeben, der erste Eindruck war schon mal sehr schlecht, doch Flo hat doch noch jemand aufgetrieben.

Ein bolivianischer Hollaender, der uns die Tour fuer 40 USD pro Nase fuer den naechsten Tag (Sonntag) angeboten hat. Nach einigem Ueberlegen und Abwaegen haben wir uns dafuer entschieden, weil die Alternative war, wieder nach La Paz zurueckzufahren, um von dort aus wieder hierher zu kommen, was ja echt Bloedsinn ist. So haben wir vereinbart, dass wir uns heute um 8.30 Uhr treffen, damit wir vorher noch zur Bank koennen und Geld holen koennen.

Hier sind alle Laeden sonntags offen und Montags zu, damit die Touris aus La Paz und Umgebung, die am Wochenende kommen, einkaufen koennen...

Heute haben wir uns den Wecker dementsprechend frueh gestellt, Fruehstueck gab es im Hotel um die Zeit noch keines. So haben wir uns wieder mal von Bananen und immerhin Knaeckebrot ernaehrt. Besser als nichts. Die Bank war heute natuerlich nicht offen, so dass wir um 8.20 Uhr bei der Agentur ankamen. Immerhin 10 Minuten zu frueh. Dort hiess es schon, wir muessen uns beeilen, denn der Bus faehrt in 5 Min. Komisch. Also schnell schnell irgendwelche Raeder bekommen, irgendwelche Helme und los.
Unser Guide hiess Loy und sah aus wie 16. Na bravo, wir waren echt begeistert. Aber wir behielten die besten Vorsaetze fuer den Tag. Der vollbesetzte, oeffentliche Minibus hat uns in 2 Std bis La Cumbre gebracht und dort abgeladen. 4.700m hoch und schweinekalt. Wir hatten gestern noch gefragt, was wir alles mitnehmen sollten, da hiess es, ein Fliespulli reicht. Es war schnell klar, dass das nicht der Fall war. Nachdem sich Loy einen Anorak und Muetze anzog, haben wir den Typ der Agentur CXC echt verflucht. Wenn wir nicht noch gefragt haetten. Wir sind dann die offizielle Teerstrasse runtergebraust, die wir vor 2 Tagen auch mit dem Auto gekommen sind. Davon war auch nicht die Rede. Nun sollte es 40km auf der Teerstrasse und 48km auf der alten Strasse (Acker) gehen. Wir hatten gesagt bekommen dass wir auf der alten Strasst, abseits des Verkehrs fahren wuerden. Nach 10 Kilometer waren unsere Haende und Oberkoerper schon eingefroren und wir hatten Kraempfe in den Haenden vom Dauerbremsen. Die Gangschaltung und Bremsen hatten sich als ziemlich schrottreif herausgestellt. Bremsbelaege fast runter, Seilzugbremsen super schwergaengig. Mein Helm war wohl schon mal benutzt worden und leicht kaputt. Ausserdem drueckte er. Der von Flo hielt nicht, das Kinnband war aus verschiedenen Helmen zusammengestellt worden. Dann hat Flo ein Teil des Wassertrinkschlauches verloren und ist als letzter in der Riege einfach stehengeblieben und abgestiegen und hat das Teil gesucht. Ich und Loy waren schon um die Ecke, bis ich merkte, dass Flo fehlte. Also Loy informiert - normalerweise sollte der Guide soetwas zuerst merken - schnell zurueck, doch Flo war auch hinter der Kurve nicht in Sicht. Sein Fahrrad lag am Strassenrand, daneben ein Abhang. Ich rief laut nach ihm, keine Antwort. Loy, der wirklich erst 16 war, war sichtlich ueberfordert. Ich sagte ihm, wo er suchen sollte und rannte die Strasse entlang. Ich war in dem Moment echt panisch, dass Flo diesen Abhang runtergefallen war. Einen Fastherzinfarkt und 40m weiter gerannt, hat Flo geantwortet. Er lief selenruhig die Strasse entlang und suchte sein Ersatzteil. Aufatmen bei mir. Loy fuhr ihm hinterher und das Teil war schnell gefunden. Flo und ich waren uns einig, dass wir mit diesen Raedern in keinem Fall die 88km lange Strecke (48km Teer, Rest Acker mit steilen Abhaengen und engen Strassen) fahren konnten, zumal wir jetzt schon platt und die Haende im Eimer waren. Das Risiko war uns einfach zu hoch, zumal dieser Teil der Strecke wirklich noch harmlos war. Wir haben Loy gesagt, dass wir ein Taxi oder einen Bus brauchen, denn wir fahren nicht bis zum Ende. Er nahm uns nicht ernst, meinte es gaebe hier nix und es waere auch kein Handy empfang und so ging es nochmal 5km weiter. Dann mussten wir kurz zu Trinken halten und schon kam ein Bus vorbei, den Flo und ich per Handzeichen angehalten haben. Der Bus hielt tataechlich an und hatte noch 3 Plaetze. 15 BS pro Nase und wir hatten einen Rueckfahrplatz nach Coroico. Loy war ganz verdutzt, dass wir nun echt mit dem Bus fahren wollten und entschied sich, allein weiterzuradeln. Das lag unserer Meinung vor allem daran, dass der Bus vermutlich so viel kostete, wie vermutlich sein Tageslohn war. Wir haben die Busfahrt sichtlich genossen und uns ueber unsere Dummheit amuesiert. Auch hier hatte sich wieder die Devise bewiesen: Der erste Eindruck ist entscheidend und der war bei dieser Agentur CXC nicht gut. Dass wir so schnell wieder mal Busfahren wuerden, haetten wir auch nicht gedacht. Nur gut, dass die Busse hier echt ueberall anhalten, was uns schon oft genervt hatte, hier kam es uns zugute. Nachdem wir wieder in Coroico waren, haben wir die Raeder abgegeben. Nur gut, dass der Eigentuemer da war. Wir haben ihm geschildert, was Sache war und er konnte gar nicht verstehen, warum die Raeder so schlecht seien. Immerhin wuerden sie nach jeder Tour gecheckt. Haha. Wir haben ihm auch gesagt, dass es unverantwortlich ist, einen 16jaehrigen als Guide mit uns zu schicken. Der Kerl war nett, aber das geht nicht. Immerhin haben wir 160 Bol (von 560) zurueckbekommen. Da ich das Geld schon abgeschrieben hatte, hat mich das gefreut. Als Abschluss sind wir dann in die Backstube gegangen, ein Restaurant, dass von einem Norddeutschen gefuehrt wird. Dort hat Flo einen Sauerbraten, ja einen echten Sauerbraten mit Spaetzle und ich einen Pfannkuchen gegessen... Unglaublich lecker.

Morgen werden wir hier abreisen und nach Copacabana am Ticicacasee aufbrechen, um von dort aus nach Peru einzureisen. Nun hoffen wir mal, dass wir nicht wieder ueber La Paz fahren muessen, was ich immer noch bezweifle :)

Nachtrag:
Nachdem ich (Flo) bei anderen Anbietern nachgesehen habe stellt sich folgender Vergleich:









































LeistungAnbieter

CXCz.B. Gravity Assisted
Radnoname, selbstgebautKona mountain bikes
Federungnur Vorne, nicht einstellbarMarzocchi front suspension sowie Federung fuer das Hinterrad
Bremsenstandard SeilzugbremsenHayes hydraulic disc brakes
Equipmentbillige, alte Helmeneue Integralhelme, Handschuhe, Sicherheitswesten
BegleitungGuide, 16 Jahreeigenes Begleitfahrzeug (Transport von und nach La Paz, Transport von Rucksaecken und Ersatzteilen, Moeglichkeit zum Einsteigen wenn man muede ist), professionelle Guides
Preis40 $us70 $us


Wir sind heil froh dass wir noch auf dem Teerstueck ausgestiegen sind und einen Bus erwischt haben. Ueber Preis / Leistung kann sich hier jeder selbst eine Meinung bilden.


Nachtrag #2:
Siehe unseren naechsten Eintrag fuer das "Nachspiel" mit Chef von CXC und Guide vor unserer Hotelzimmertuere.

Donnerstag, 3. Juli 2008

La Paz

Am Dienstag sind wir um 8.30 Uhr losgestartet, um Richtung La Paz zu fahren. Angeblich sollte die Stadt in 3-4 Std. von Cochabamba aus erreichbar sein, doch angesichts der fast 400km haben wir das nicht ganz geglaubt. So ganz trauen wir den bolivianischen Zeitangaben nicht mehr. :-)

Die erste Haelfte der Strecke kamen wir recht langsam voran, weil die Strasse viele Loecher hat und vor allem weil wir mitten in den Bergen waren. So sind wir innerhalb der ersten 2 Stunden von 2400m auf 4400m hochgekommen. Da meine Mutter an dem Tag Geburtstag hatte und nur von 9.30 bis 10.30 Uhr unserer Zeit erreichbar war, hatten wir es schon fast aufgegeben, sie in dieser Zeit anrufen zu koennen. Doch ploetzlich ist wie aus dem Nichts ein Telefonshop aufgetaucht, den wir natuerlich prompt genutzt haben. Ist schon komisch, dass man mitten im bolivianischen Niemandsland ans andere Ende der Welt telefonieren kann.

Gegen 12 Uhr haben wir dann wieder den Altiplano erreicht und dann ging es nur noch geradeaus, so dass man sogar mal 130 km/h fahren konnte. So sind wir tatsaechlich entgegen unserer Vorstellungen um 14 Uhr in La Paz angekommen. Vor La Paz haben wir schon die ersten schneebedeckten Gipfel gesehen. Die Stadt liegt mitten in den Bergen zwischen 3.800 und 4.000m und auf den ersten Blick scheint es, dass die Stadt so dicht bebaut ist, dass kein Fleckchen Luft dazwischen ist. Die Haeuser kleben an den Haengen und der Talkessel ist umrundet von Bergen, die mehr als 6000m hoch sind.

Vom Altiplano aus fuehrt eine mehrspurige "Autobahn" direkt ins Zentrum der Stadt. Naiv wie wir waren haben wir uns natuerlich brav hinter den "Micros" (den hiesigen Bussen) eingereiht und prompt waren wir mitten in einer Art "Bus-Boerse". 100 Micros mit 100 "Marktschreiern" priesen ihre Strecken an und warben um Mitfahrer. Interessanterweise fuhren keine los ... es war ja auch viel zu voll und als wir das eine Viertelstunde mit angesehen hatten, erbarmte sich ein freundlicher Polizist mit uns "Gringos" und winkte uns auf die linke "Fahrspur" ... hier ging es tatsaechlich langsam voran.

Bei der etwas verwirrten Fahrt durch die Stadt checkten wir noch schnell 20 "Repuesto" Shops um einen neuen (oder gebrauchten) Aussenspiegel fuer unser Autochen zu erstehen ... erfolglos. Nach 60 Minuten Fahrt fanden wir aber ein Hostal mit annehmbaren Preisen und !!! WIFI !!! und haben gleich eingecheckt. Die Garaje um die Ecke wird von einem sehr netten aelteren Paerchen betrieben und sah sehr vertrauenserweckend aus. Sie gaben uns auch gleich noch einen Hinweis, wo unser Spiegel aufzutreiben sein und telefonierten nach. Im "Casa Vicor" sollte es einen geben.

Am Abend war als erstes "Tourist-Office" angesagt, in dem wir zwar keinen Stadtplan fuer 18 Bolivianos (merke: manche Menschen verdienen hier 5 Bol. pro Tag) erstanden, aber vier Tickets fuer zwei Stadrundfahrten.

So sind wir am naechsten Morgen losgezogen, um zuerst einmal das Koka Museum zu besuchen. In ihm wird die Geschichte der Koka von ihren Anfängen als Bestandteil kultischer Riten bis hin zur Verwendung in der modernen Medizin dargestellt.Dies war direkt in der Tourimeile versteckt und nach 3x fragen hatten auch wir es gefunden. Juhu. Sehr klein und schnuckelig, doch hochinteressant. Anschliessend sind wir durch den Markt gelaufen, auf dem es allerhand Neues zu sehen gab. Das seltsamste sind wohl hier Lamafoeten, die als Mumie im Ganzen und uneingepackt verkauft werden. Sollen wohl Glueck bringen. Anschliessend haben wir den ersten Teil der Stadtrundfahrt mit dem Bus gemacht. Hier haben wir mit einem Touridoppeldeckerbus die ganze Stadt abgefahren und sind am Ende an einem tollen Aussichtspunkt gelandet, von dem aus der Blick ueber die Stadt atemberaubend ist. Von hier aus sieht man die vielen Hochhaeuser und Leuchtreklame noch besser. Was uns am besten gefaellt sind die hohen Berge hier um die Stadt. Die Stadt wird vom mächtigen Illimani (6.439 m) mit seinen drei Gipfeln beherrscht. Mit viel Fantasie kann man in den Felsen an seinen Hängen ein Bild eines Indio mit Frau, Kind und einem Lama erkennen.

Was in La Paz auffaellt sind die Schuhputzer. Wie ueberall in Bolivien gibt es sie auch hier massenweise auf den Strassen, doch hier haben sie ihr Gesicht verhuellt. Wir haben uns sagen lassen, dass dies deswegen gemacht wird, um nicht von Freunden erkannt zu werden. Die Schuhputzer schaemen sich hier fuer ihren Job.

Und noch ein Highlight gibt es hier ... "Chicle Eis" ... Eis mit Kaugummi-Geschmack und kleinen Kaugummi-Stueckchen drin :-) sehr geil! Im "Eli´s" gab es eine schnelle, leckere Pizza und dann sollte es mit dem Taxi zum "Casa Vicor" gehen ...
Nachdem der Taxifahrer sich echt super bemueht hatte war die Casa zwar gefunden ... aber geschlossen. Nachdem wir ihm erklaert hatten, was wir eigentlich suchen, ueberlegte er kurz und wir fuhren los. Eine kleine Werkstatt drueckte uns auch sogleich fuer 220 Bol. das gesuchte Stueck in die Hand. GENIAL! Nachdem sich "Augusto" anbot am naechsten Tag noch mit zum Einbauen zu fahren, machten wir 9:30 Uhr aus (Deutsche Zeit ... nicht wie in Bol. ueblich eine halbe Stunde zu spaet (Original-Ton Augusto).


Am naechsten Tag ging es super puenktlich los ... Augusto gab auf unsere Frage hin seinen Ausweis bei unserer Rezeption ab (fuer unsere Sicherheit, man weiss ja nie wo er uns hin schleppt) und die Hotel-Dame telefonierte noch schnell mit seiner Frau um sicherzustellen dass er derjenige ist und sie ihn kennt und er OK ist :-) 15 Minuten spaeter waren wir mit unserem Auto bei der Werkstadt und bekamen den neuen Spiegel in sein Gehaese geklebt ... mit glasfaserverstaerktem Kunststoff ... den nimmt niemals jemand mehr ab! Unser Taxi-Driver half uns super mit Verstaendigung und wir haben seine Nummer damit wir ihn anrufen koennen falls wir mal Probleme haben ... cool!

Nachmittags wollten wir uns den zweiten Teil der Stadtrundfahrt in den Sueden der Stadt und Valle della Luna zu Gemuete fuehren, doch nachdem wir am Treffpunkt ankamen, teilte uns eine Dame mit, dass der Bus leider heute morgen kaputt gegangen ist. Nix wars, aber wir bekamen nach langem hin und her immerhin unser Geld zurueck. So haben wir uns noch ein paar leckere Empanadas Napolitana im Cafe um die Ecke gegoennt, die definitiv die besten bisher waren. Und ein Chickle Eis musste natuerlich auch wieder her. Das gabs wie immer beim Dumbo, der besten Eisdiele, die auch supertolle Torten im Angebot hatten. Als wir dort ankamen, hat ein Paaerchen versucht eine riesige Torte, die ca. einen dreiviertelten Quadratmeter Flaeche hatte, in ein Taxi zu packen. Der Kofferraum war zu klein und das Ding durch die Tuer zu bringen, war echt eine Tortur (haha), aber sie haben es geschafft und wir haben nur noch gestaunt.

Abends haben wir beschlossen, das Restaurant ¨Leckerbissen¨aufzusuchen. Es war etwas ab vom SChuss, doch mit dem Taxi haben wir es gefunden. Dort war Tote Hose, aber das Essen war lecker. Die Spaetzle mussten einfach mal sein...mmmhhhh....dort haben wir noch zwei Bayerinnen getroffen, die einfach witzig waren....als die eine ploetzlich auf den spanischen Redeschwall des Kellners "Wooos hot er gsogt?"antwortete, hatten wir wirklich Muehe uns zu halten, so skuril klang das hier und doch war es so passend....

Wir sind hier in La Paz im Dunkeln alles im Radio Taxi gefahren, nie gelaufen, da die Stadt als besonders gefaehrlich gilt und wir kein Risiko eingehen wollten. Wir hatten immer nur das Noetigste dabei und das doppelt und dreifach gesichert und das hat sich bewaehrt.

Was hier in a Paz noch auffaellt ist der wahnsinnige Verkehr in der Stadt. Man steht immer im Stau und alles ist voller Taxis und Busse. Dazwischen massen an Minibussen (Trufis), die ebenfalls Leute einsammeln, es ist kein Durchkommen. Um den Verkehr in der Stadt einzudaemmen, gibt es eine Verordnung, dass jedes Auto an einem bestimmten Wochentag nicht in die Stadt fahren darf. Die mit der 0 und der 1 am Ende des Nummernschildes am Montag, 2 und 3 am Dienstag usw. Nur Samstag und SOnntag duerfen alle fahren. Sehr witzig...Funktioiniert mehr oder weniger, Verkehr gibts immer noch genug.

Wettertechnisch ist La Paz sehr angenehm. Tagsueber echt sehr heiss, nachts kalt, aber nicht eisig, sehr zu unserem Geschmack.

Am Freitag haben wir den Plan, La Paz zu verlassen und Richtung Jungas zu fahren, dem Gebiet zwischen Altiplano und Amazonasgebiet. Dort ist unser Ziel Choroico.