So, diesesmal bekommt Ihr weniger vom Essen zu hoeren denn ich schreibe heute den Blog. *grins*
Nach unserer Fahrt Richtung Norden - vorbei an sehr schoenen Bodegas, Weinbergen und Kaktuswaeldern - haben wir in der wunderschoenen Stadt Salta ein sehr angenehmes, kleines Hotel bezogen. Natuerlich wollten wir die Umbegung sehen und haben uns gleich zum Turista Officina aufgemacht. Es gibt hier verschiedene Touren, die man mit dem Bus an einem Tag abfahren kann. Nach kurzer Kalkulation hat sich herausgestellt, dass wir guenstiger oder zu gleichen Kosten mit dem Mietwagen fahren koennen und das mit mehr Flexibilitaet. Die Strecke sollte entlang der Bahn nach San Antonio de las Cobres gehen, danach weiter ueber Purnamarca nach Jujuy. Also war es keine weitere Frage, wir mussten "nur" schnell noch den Autovermieter anrufen und die Abgabe des Autos von Salta nach Jujuy verlegen und zwei Tage verlaengern. Ein Anruf und Alejandro hat uns bestaetigt, dass wir den Wagen nicht am Sonntag, sondern am Dienstag Mittag zurueckgeben koennen. Jetzt blieb eigentlich nur noch die Buchung unseres Bustickets nach Chile, um anschliessend aus Argentinien ausreisen zu koennen....
Also auf zum Busterminal und dort einen Schalter finden. Nachdem es nur zwei Buslinien nach Chile gibt und der eine Schalter sowieso schon Feierabend hatte, konnten wir um kurz vor 21 Uhr, bevor der Schalter schliesst, einen Bus bekommen ... Abfahrt am Dienstag um 8:30 in Jujuy ... aber wie sollte das mit der Abgabe des Autos gehen, die erst am Dienstag Mittag erfolgen sollte? Naechster Reise-Termin per Bus waere erst am Donnerstag ...
Also gleich nochmal beim Autovermieter angerufen und nocheinmal verschoben auf Montag abend ... der dachte bestimmt, wir haben einen Vogel :-)
Am Sonntag ging es dann sehr frueh los. Nach einem tollen Fruehstueck im Hotel (ups, ich schreibe doch ueber Essen) mit heisser Schokolade, Toast und Streichkaese (eine absolute Premiere!!) gab es eine kleine Stadtbesichtigung und dann ging es los auf die Strasse Richtung San Antoniode las Cobres. Die Karte versprach hauptsaechlich "rote" Strasse und ein bisschen "gruene" und 1000 Kurven ... was das heisst, mussten wir erst noch herausfinden.
Nach ca. 10 Km waren wir schlauer: "rote" Strassen sind normale Teerstrassen (naja, mit ein paar Loechern hie und da halt). "Gruene" Strassen sind eigentlich keine Strassen, sondern Schotter- / Steinpisten mit einer max. Geschwindigkeit von 40 km/h (fuer unseren Miniwagen). Die einheimischen Jeeps fahren hier locker 60 ...
Der Weg ging also an der alten Bahnstrecke "Tren de las Nubes" (Zug in den Wolken) entlang, die frueher einmal eine Touristenattraktion war. Der Zug und die Gleise sollten 2007 fertig saniert sein und wieder in Betrieb genommen werden ... leider wurde bis heute noch nicht einmal damit angefangen.
Diese Strecke ist eine der hoechstgelegensten Bahnstrecken der Welt, die schwindelerregend die Berge der Andenkordillere zwischen zauberhaften Landschaften durchquert. Der Name kommt daher, da Teile dieser Strecke oberhalb von 4.000m liegen. Durch seine auβergewoehnliche Hoehenlage kann man mitunter die Wolken von den Bruecken und den Abhaengen aus von oben betrachten.
Trotz der schlechten Strassen kann man echt sagen, dass die Gegend wunderschoen ist. Mehrfarbige Berge, Kakteen bis in 3.500 Meter Hoehe, dazwischen immer das Tal mit dem fast ausgetrockneten Fluss. Nach ein paar Kilometern konnten wir eine riesige Stahlbruecke zwischen den Bergen auftauchen sehen, auf der der Zug frueher entlang gefahren ist. Diese Bruecke ist auch gleichzeitig das Wahrzeichen des Zuges. Ein Parkplatz gleich in der Naehe machte es leicht zu halten und ich traute mich ein paar Meter auf der Bruecke entlang zu gehen und in die Tiefe zu sehen. Ein tolles Gefuehl!
Unterwegs haben wir dann noch ein "Minidorf" durchquert, in dem wir zuerst den Kreuzweg bestiegen haben. Den steinigen Weg nach oben hat uns brav ein Schäferhund gezeigt, der gar nicht mehr von uns wegwollte. Leider konnten wir den Weg nicht bis oben gehen, da irgendwann die Absturzgefahr zu gross war, so dass wir umgedreht sind...
Anschließend haben wir noch die kleine Kapelle und das Museum des Orts besucht und haben sehr viel ueber die Lebensweise der Menschen hier in diesem unwirklichen Gelaende gelernt.
Ein Stueck des Weges weiter haben wir dann den fuer uns bis dahin hoechsten Punkt mit dem Auto erklommen, den "Abra Blanca", ein Pass auf 4.080m.
Angekommen in San Antonio de las Cobres (auf 3.775m Hoehe) haben wir erst einmal nach einem Hostal Ausschau gehalten. Nachdem wir uns das tolle grosse Hotel am Platz nicht leisten wollten, gingen wir in eine kleine Pension mit Familienbetrieb.
Was hier auffaellt ist, dass sich die Vegetation auf - typisch für die Puna - Gräser und niedriges Gestrüpp beschränkt, in der Stadt finden sich auch einige Bäume. Auch die Fauna ist artenarm und extrem an die Höhenlage des Altiplano angepasst. Nun fragt man sich: von was leben die Menschen hier?
Da sich die umliegenden Kupferminen im Niedergang befinden, finden die Einwohner hauptsächlich im öffentlichen Dienst und im aufstrebenden Tourismus ein Auskommen. Von Bedeutung ist auch heute noch die Herstellung, die Verarbeitung und der Verkauf von Lama- und Alpakawolle.Nachdem es in dem Dorf genau 4 Sehenswuerdigkeiten gibt: das kleine Kirchlein am Berg, der Bahnhof, die Dorfkirche und das 20 Km entfernte Viadukt haben wir uns also den Berg hinauf gequaehlt. Obwohl es nur ein kleiner Aufstieg war, haben wir in dieser Hoehe ganz schoen geschnauft ...
Die Nacht war leider sehr, sehr kalt, so dass Susi mit 5 Lagen Klamotten, Schlafsack und 2 Lamadecken geschlafen hat...und sogar mir war es mal kalt... Susi hat es auf dem Weg ins Bad nachts hingeschmissen. Wahrscheinlich ein schwacher Kreislauf wegen der Hoehe. Sie ist mit dem Kopf auf geschlagen und hat sich eine kleine Verletzung an der Stirn und eine leichte Gehirnerschuetterung geholt. Nach ein paar wachen Stunden konnten wir aber beide wieder etwas Schlaf finden und sind in der Frueh zum Fruehstuecken in das tolle, warme Hotel gefahren. Nach einem Telefonat mit Antje, einer befreundeten Aerztin, haben wir entschieden, die Strecke zurueck nach Salta zu fahren und Susi dort durchchecken zu lassen, nur um sicher zu gehen...
Mittwoch, 14. Mai 2008
Samstag, 10. Mai 2008
Oldtimer und Weinprobe
Als wir gestern aus dem Internetcafe gegangen sind, haben wir uns gewundert, weil wir viele alte Autos die Strasse entlang fahren sahen. Wir sind dann Richtung Hauptplatz der Stadt gegangen und dort haben wir in der Ferne einen ganzen Pulk Menschen mit gleichen roten Jacken gesehen. Das hat uns natuerlich naeher interessiert. Als wir auf die Leute zugelaufen sind, hatten wir auch schon die alten Schmuckstuecke entdeckt. Wir waren mitten in die Ausfahrt des argentinischen Oltimer Clubs geraten und so standen feinsaeuberlich in einer Reihe ca. 30 alte Autos, eines toller als das andere. Nach 10 Minuten haben sich die Fahrer alle in ihre Autos gesetzt und die ganze Karawane hat sich aus der Stadt herausbewegt, natuerlich nicht ohne einen Abschleppwagen, falls einer den Geist aufgeben sollte. Gar nicht so abwegig, sahen wir doch fuenf Menschen einen der alten Gefaehrte mehrmals anschieben, bevor er wieder zum Fahren kam.
Anschliessend hatten wir so Hunger, dass wir uns auf die Suche nach einem Restaurant gemacht haben. Man muss dazu sagen, dass es ca. 18.45 Uhr war und wir haben die halbe Innenstadt durchgekaemmt, es gab einfach kein Restaurant, das offen hatte. Die Einheimischen essen hier in der Regel zwischen 21 und 22 Uhr, daher oeffnen die Restaurants fast alle erst um 20 Uhr. Als wir 30 Minuten mit knurrenden Maegen herumgeirrt waren, haben wir 2 Laeden gefunden, die um 19 Uhr aufgemacht haben: in dem einen waren wir am Dienstag, im anderen am Mittwoch und wir hatten eigentlich nicht so viel Lust auf eine Wiederholung. Nach langem Hin und Her haben wir uns dann doch noch einmal fuer die Pizzeria entschieden. Leider waren meine Noquis (die schreibt man hier wirklich so) und auch Flos gefuellte Nudeln mit Burgunder-Morchelsosse wieder mal absolut wuerzfrei, so dass auch Berge an Salz und Pfeffer keine Loesung waren, aber immerhin waren wir satt.
Das Restaurant war an sich sehr gemuetlich, doch wie immer wurde irgendwann der Fernseher so laut geschalten (es kam wieder einmal Fussball), dass wir freiwillig das Weite gesucht haben. Die Beschallung durch Fernseher und, falls solch einer mal ausnahmsweise nicht verfuegbar ist, durch Radio ist hier allgegenwaertig. Ich habe wirklich geglaubt, dass die Deutschen viel fern sehen, doch seit ich hier bin, weiss ich, das war ein Irrtum. Hier laeuft immer und ueberall die Flimmerkiste. In jedem Restaurant, in jedem Cafe, in jedem Bus, an jedem Bahnhof, in jedem Hostel, einfach staendig, dauernd und unausweichlich. Das Komische ist, dass die Menschen zu viert im Restaurant sitzen und alle schauen in die "Glotze", anstatt sich zu unterhalten. In Hotels oder Cafes laeuft die Kiste vor allem fuer den Mitarbeiter, der dort seinen Dienst tut und sich damit die Zeit zu vertreiben scheint. Natuerlich findet das Ganze auch immer in einer ungeheuerlichen Lautstaerke statt, damit man es nicht ueberhoeren kann. Mittlerweile haben wir die Theorie, dies dient dazu, uns beizubringen, die Umwelt komplett auszublenden, denn anders ist das nicht zu ueberstehen und ich muss sagen, wir werden darin immer besser. Bei den blutruenstigen Busfilmen taten wir uns wirklich schwer, denn dort hatten wir den Bildschirm einen Meter vor der Nase, doch es wird. Damit koennen wir der Dauerbeschallung auch etwas Gutes abgewinnen, denn diese Gabe zu haben, kann in Zukunft tatsaechlich hilfreich sein. Man hat den Eindruck, dass die Flimmerkiste dazu verwendet wird, die Menschen abzulenken. Sei es vom politischen Geschehen, ihren Problemen und zuletzt von sich selbst. Soviel zum Thema Fernsehen.
Die Nacht war abgesehen von dauerhaftem Hundegeklaeffe sehr angenehm, da wir den Ofen diesmal nicht bis zum Exzess geheizt hatten, sondern es wie die Hausherren gemacht hatten. Glut aus einem anderen Ofen in unseren Ofen geschaufelt, ein paar Holzscheite darauf und fertig. Das Holz brennt bei dieser Methode nicht, sondern gluet nur, was weniger heiss ist und laenger haelt.
Heute morgen haben wir nach einem leckeren Fruehstueck aus trockenen Keksen, die hier weit weniger trocken als in Tucumán sind, und den ersten knusprigen Medialunas unserer Reise zwei Fahrraeder gemietet. Gleich gegenueber gab es einen Fahrradverleih, der von einem sehr sympathischen, aelternen Herren betrieben wird, der laut Flo aussieht wie Meister Eder. Die Tatsache, dass er dabei war, ein Rad mit saemtlichem Geraet zu bearbeiten, liess uns darauf schliessen, dass er von Fahrraedern Ahnung hat und diese auch vernuenftig wartet, was wir bei den "Reiseagenturen" bezweifelten. So sind wir mit einer Karte bewaffnet aufgebrochen und haben den Weg aus dem Ort heraus auch schnell gefunden. Uns war zwar nicht ganz klar, wo wir hin wollten, doch die Richtung zu den Wasserfaellen, die 2,5 Std entfernt sein sollten, schien uns verlockend. Die Teerstrasse wurde schon nach den ersten hundert Metern durch eine Sand/Steinpiste ersetzt, auf der es alles andere als einfach war, mit den sehr guten Mountainbikes voranzukommen.
Die Tatsache, dass wir 3km permanent bergauf bei praller Sonne fuhren, hat das Vorankommen nicht gerade erleichtert. Nach 5x anhalten, Rad aus dem Sand schieben, stecken bleiben und nach Wasser ringen haben wir uns entschieden, von der Hauptpiste (auf der auch der Bus fuhr) abzubiegen. Wir haben einen kleineren Weg gewaehlt, der anfangs noch ca. 1,5m breit war, doch schnell schmaeler wurde. Wir haben uns immer weiter den kargen Bergen genaehert und sind durch eine wunderschoene Landschaft aus Sand, Steinen, Kakteen und weiteren Pflanzen gefahren, die so karg wie sie ist, faszinierend auf uns wirkte. Wenn man hier eines hatte, war es absolute Stille. Der krasse Gegensatz zur Fernsehbeschallung in der Zivilisation.
Nach weiteren 10 Minuten ueber Stock und Stein kam die erste Huette, in der unzweifelhaft Menschen in dieser Wildnis lebten. Von dort aus schien der Weg nicht mehr weiterzugehen. Ein Blick um die Ecke ueberzeugte uns dennoch, an einem Rinnsal entlang weiterzufahren. Doch hier war nach 50m Schluss, weil ploetzlich mitten im Weg die Kakteen standen. Wir haben uns dann entschieden, einen Weg quer durch die Wildnis zu suchen, der uns wieder auf die Strasse bringen sollte, die immer noch in Hoerreichweite war. Zuerst sah es noch so aus, als sollten wir schnell auf einen weiteren Weg kommen, doch es stellte sich heraus, dass das nicht der Fall war. Nachdem sich uns dann nur noch Kakteen und Stachelplanzen aus allen Richtungen aufboten, blieb uns nichts mehr anderes uebrig, als unser Radel zu schultern und ueber die Stacheln zu tragen. Gott sei Dank waren die Raeder wenigstens schoen leicht. Nach dem Klappern/Zischen einer vermeindlichen Klapperschlange und anschliessender Flucht, weiteren Schiebe-, Steckenbleib- und Tragestrecken haben wir wieder einen Trampelpfad erreicht, ueber den wir dann zurueck auf die Strasse kamen. Damit war klar, wir bleiben am besten auf der Schotter/Sandpiste, da diese noch angenehmer als die Stacheln sind. Nach einem weiteren Kilometer haben wir eine Abbiegung zu einer Bodega (Weingut) entdeckt, der wir auch gefolgt sind. Das Weingut lag direkt am Berg inmitten von vielen Weinfeldern, auf denen drei verschiedene Rebsorten angepflanzt werden. Dort hatte sich ein ganzer Bus voll aelterer Damen ein Essen samt Weinverkostung gegoennt, doch auch diese konnten wir inzwischen ausblenden:) Wir haben unsere leckeren Semmeln mit Kaese und Wurst im Schatten verspeist und als Nachspeise hatten wir es zum ersten Mal gewagt, Brotpudding in der Baeckerei zu kaufen. Sieht aus wie ein getraenkter Marmorkuchen und ist ausgesprochen lecker. Das wird wohl fuer die naechsten Tage meine bevorzugte Suessigkeit werden. Endlich mal was, was nicht pappsuess ist. Anschliessend haben wir zu zweit eine Fuehrung durch das kleine Weingut bekommen, das erst seit 7 Jahren besteht und in dem noch alles mit der Hand gemacht wird. Natuerlich alles auf spanisch, aber wir haben das meiste verstanden. Anschliessend durften wir den leckeren Wein auch kosten und der hat sogar mir als Nichtweintrinker geschmeckt. Ein weisser, der sehr fruchtig war und ein roter schwerer, der einen holzigen Geschmack hatte. Danach waren wir ganz schuen angedudelt, denn die Hitze hatte ihr uebriges getan.
Anschliessend konnte Flo nicht widerstehen, auf der Terasse noch ein Postre (Nachtisch) zu bestellen und das bekam er dann auch. Eine runde Spezialitaet von hier. Keks oben, Keks unten und dazwischen eine Masse, die eine Mischung aus geschlagenem Eiweiss und dem Zuckerrohrhonig, den es hier gibt, zu sein schien. Klebrig wie Moltofuell und megazaeh und: ultrasuess. Das war sogar Flo zu suess und das will was heissen. Das ganze war so pappig, dass der Loeffel waagrecht stecken geblieben ist. @Irene: dagegen ist Dulce di Leche ein Witz!
Leider hat unser Foto ein Problem und kann manche Bilder nicht anzeigen, so dass wir euch diese Leckerheit leider nicht zeigen koennen. Anschliessend haben wir den Rueckweg angetreten, sind ueber die Schotterpiste heimgehoppelt und haben die Raeder wohlbehalten abgegeben. Nur gut, dass wir das Reperaturset, das uns Meister Eder mitgegeben hatte, nicht gebraucht hatten, denn ob wir das haetten anwenden koennen, stellen wir beide in Frage. Nun tut der Hintern weh und wir werden morgen sicher nicht sitzen koennen, aber es war ein toller Tag. Morgen geht es weiter nach Salta und von dort aus mehr...
Anschliessend hatten wir so Hunger, dass wir uns auf die Suche nach einem Restaurant gemacht haben. Man muss dazu sagen, dass es ca. 18.45 Uhr war und wir haben die halbe Innenstadt durchgekaemmt, es gab einfach kein Restaurant, das offen hatte. Die Einheimischen essen hier in der Regel zwischen 21 und 22 Uhr, daher oeffnen die Restaurants fast alle erst um 20 Uhr. Als wir 30 Minuten mit knurrenden Maegen herumgeirrt waren, haben wir 2 Laeden gefunden, die um 19 Uhr aufgemacht haben: in dem einen waren wir am Dienstag, im anderen am Mittwoch und wir hatten eigentlich nicht so viel Lust auf eine Wiederholung. Nach langem Hin und Her haben wir uns dann doch noch einmal fuer die Pizzeria entschieden. Leider waren meine Noquis (die schreibt man hier wirklich so) und auch Flos gefuellte Nudeln mit Burgunder-Morchelsosse wieder mal absolut wuerzfrei, so dass auch Berge an Salz und Pfeffer keine Loesung waren, aber immerhin waren wir satt.
Das Restaurant war an sich sehr gemuetlich, doch wie immer wurde irgendwann der Fernseher so laut geschalten (es kam wieder einmal Fussball), dass wir freiwillig das Weite gesucht haben. Die Beschallung durch Fernseher und, falls solch einer mal ausnahmsweise nicht verfuegbar ist, durch Radio ist hier allgegenwaertig. Ich habe wirklich geglaubt, dass die Deutschen viel fern sehen, doch seit ich hier bin, weiss ich, das war ein Irrtum. Hier laeuft immer und ueberall die Flimmerkiste. In jedem Restaurant, in jedem Cafe, in jedem Bus, an jedem Bahnhof, in jedem Hostel, einfach staendig, dauernd und unausweichlich. Das Komische ist, dass die Menschen zu viert im Restaurant sitzen und alle schauen in die "Glotze", anstatt sich zu unterhalten. In Hotels oder Cafes laeuft die Kiste vor allem fuer den Mitarbeiter, der dort seinen Dienst tut und sich damit die Zeit zu vertreiben scheint. Natuerlich findet das Ganze auch immer in einer ungeheuerlichen Lautstaerke statt, damit man es nicht ueberhoeren kann. Mittlerweile haben wir die Theorie, dies dient dazu, uns beizubringen, die Umwelt komplett auszublenden, denn anders ist das nicht zu ueberstehen und ich muss sagen, wir werden darin immer besser. Bei den blutruenstigen Busfilmen taten wir uns wirklich schwer, denn dort hatten wir den Bildschirm einen Meter vor der Nase, doch es wird. Damit koennen wir der Dauerbeschallung auch etwas Gutes abgewinnen, denn diese Gabe zu haben, kann in Zukunft tatsaechlich hilfreich sein. Man hat den Eindruck, dass die Flimmerkiste dazu verwendet wird, die Menschen abzulenken. Sei es vom politischen Geschehen, ihren Problemen und zuletzt von sich selbst. Soviel zum Thema Fernsehen.
Die Nacht war abgesehen von dauerhaftem Hundegeklaeffe sehr angenehm, da wir den Ofen diesmal nicht bis zum Exzess geheizt hatten, sondern es wie die Hausherren gemacht hatten. Glut aus einem anderen Ofen in unseren Ofen geschaufelt, ein paar Holzscheite darauf und fertig. Das Holz brennt bei dieser Methode nicht, sondern gluet nur, was weniger heiss ist und laenger haelt.
Heute morgen haben wir nach einem leckeren Fruehstueck aus trockenen Keksen, die hier weit weniger trocken als in Tucumán sind, und den ersten knusprigen Medialunas unserer Reise zwei Fahrraeder gemietet. Gleich gegenueber gab es einen Fahrradverleih, der von einem sehr sympathischen, aelternen Herren betrieben wird, der laut Flo aussieht wie Meister Eder. Die Tatsache, dass er dabei war, ein Rad mit saemtlichem Geraet zu bearbeiten, liess uns darauf schliessen, dass er von Fahrraedern Ahnung hat und diese auch vernuenftig wartet, was wir bei den "Reiseagenturen" bezweifelten. So sind wir mit einer Karte bewaffnet aufgebrochen und haben den Weg aus dem Ort heraus auch schnell gefunden. Uns war zwar nicht ganz klar, wo wir hin wollten, doch die Richtung zu den Wasserfaellen, die 2,5 Std entfernt sein sollten, schien uns verlockend. Die Teerstrasse wurde schon nach den ersten hundert Metern durch eine Sand/Steinpiste ersetzt, auf der es alles andere als einfach war, mit den sehr guten Mountainbikes voranzukommen.
Die Tatsache, dass wir 3km permanent bergauf bei praller Sonne fuhren, hat das Vorankommen nicht gerade erleichtert. Nach 5x anhalten, Rad aus dem Sand schieben, stecken bleiben und nach Wasser ringen haben wir uns entschieden, von der Hauptpiste (auf der auch der Bus fuhr) abzubiegen. Wir haben einen kleineren Weg gewaehlt, der anfangs noch ca. 1,5m breit war, doch schnell schmaeler wurde. Wir haben uns immer weiter den kargen Bergen genaehert und sind durch eine wunderschoene Landschaft aus Sand, Steinen, Kakteen und weiteren Pflanzen gefahren, die so karg wie sie ist, faszinierend auf uns wirkte. Wenn man hier eines hatte, war es absolute Stille. Der krasse Gegensatz zur Fernsehbeschallung in der Zivilisation.
Nach weiteren 10 Minuten ueber Stock und Stein kam die erste Huette, in der unzweifelhaft Menschen in dieser Wildnis lebten. Von dort aus schien der Weg nicht mehr weiterzugehen. Ein Blick um die Ecke ueberzeugte uns dennoch, an einem Rinnsal entlang weiterzufahren. Doch hier war nach 50m Schluss, weil ploetzlich mitten im Weg die Kakteen standen. Wir haben uns dann entschieden, einen Weg quer durch die Wildnis zu suchen, der uns wieder auf die Strasse bringen sollte, die immer noch in Hoerreichweite war. Zuerst sah es noch so aus, als sollten wir schnell auf einen weiteren Weg kommen, doch es stellte sich heraus, dass das nicht der Fall war. Nachdem sich uns dann nur noch Kakteen und Stachelplanzen aus allen Richtungen aufboten, blieb uns nichts mehr anderes uebrig, als unser Radel zu schultern und ueber die Stacheln zu tragen. Gott sei Dank waren die Raeder wenigstens schoen leicht. Nach dem Klappern/Zischen einer vermeindlichen Klapperschlange und anschliessender Flucht, weiteren Schiebe-, Steckenbleib- und Tragestrecken haben wir wieder einen Trampelpfad erreicht, ueber den wir dann zurueck auf die Strasse kamen. Damit war klar, wir bleiben am besten auf der Schotter/Sandpiste, da diese noch angenehmer als die Stacheln sind. Nach einem weiteren Kilometer haben wir eine Abbiegung zu einer Bodega (Weingut) entdeckt, der wir auch gefolgt sind. Das Weingut lag direkt am Berg inmitten von vielen Weinfeldern, auf denen drei verschiedene Rebsorten angepflanzt werden. Dort hatte sich ein ganzer Bus voll aelterer Damen ein Essen samt Weinverkostung gegoennt, doch auch diese konnten wir inzwischen ausblenden:) Wir haben unsere leckeren Semmeln mit Kaese und Wurst im Schatten verspeist und als Nachspeise hatten wir es zum ersten Mal gewagt, Brotpudding in der Baeckerei zu kaufen. Sieht aus wie ein getraenkter Marmorkuchen und ist ausgesprochen lecker. Das wird wohl fuer die naechsten Tage meine bevorzugte Suessigkeit werden. Endlich mal was, was nicht pappsuess ist. Anschliessend haben wir zu zweit eine Fuehrung durch das kleine Weingut bekommen, das erst seit 7 Jahren besteht und in dem noch alles mit der Hand gemacht wird. Natuerlich alles auf spanisch, aber wir haben das meiste verstanden. Anschliessend durften wir den leckeren Wein auch kosten und der hat sogar mir als Nichtweintrinker geschmeckt. Ein weisser, der sehr fruchtig war und ein roter schwerer, der einen holzigen Geschmack hatte. Danach waren wir ganz schuen angedudelt, denn die Hitze hatte ihr uebriges getan.
Anschliessend konnte Flo nicht widerstehen, auf der Terasse noch ein Postre (Nachtisch) zu bestellen und das bekam er dann auch. Eine runde Spezialitaet von hier. Keks oben, Keks unten und dazwischen eine Masse, die eine Mischung aus geschlagenem Eiweiss und dem Zuckerrohrhonig, den es hier gibt, zu sein schien. Klebrig wie Moltofuell und megazaeh und: ultrasuess. Das war sogar Flo zu suess und das will was heissen. Das ganze war so pappig, dass der Loeffel waagrecht stecken geblieben ist. @Irene: dagegen ist Dulce di Leche ein Witz!
Leider hat unser Foto ein Problem und kann manche Bilder nicht anzeigen, so dass wir euch diese Leckerheit leider nicht zeigen koennen. Anschliessend haben wir den Rueckweg angetreten, sind ueber die Schotterpiste heimgehoppelt und haben die Raeder wohlbehalten abgegeben. Nur gut, dass wir das Reperaturset, das uns Meister Eder mitgegeben hatte, nicht gebraucht hatten, denn ob wir das haetten anwenden koennen, stellen wir beide in Frage. Nun tut der Hintern weh und wir werden morgen sicher nicht sitzen koennen, aber es war ein toller Tag. Morgen geht es weiter nach Salta und von dort aus mehr...
Donnerstag, 8. Mai 2008
Garganta del Diabolo - die Zweite
Ob ihr es glauben wollt oder nicht: die erste Nacht in Cafayate hat auch mich endlich mal zum Schwitzen gebracht. Nachdem der Bollerofen alles gegeben hat und wir in jedem Fall vermeiden wollten, wieder zu frieren wie in Taif die Valle, haben wir geheizt wie die Verrueckten und demnach war es in der Nacht schoen wohlig warm. Am Morgen war dann auch alle Waesche, die wir abends noch gewaschen hatten, trocken. Damit war klar, hier wird alles gewaschen werden, was zu waschen ist, die Chance dazu hat man nicht so oft.
Mittags sind wir dann zu unserer ersten Exkursion hier aufgebrochen. Um 14 Uhr sind wir mit einem Kleinbus und einer kleiner Gruppe anderer Interessierter Richtung Quebrada de las Conchas aufgebrochen, eine Wüstenlandschaft mit meist rotzackigen Felsen. Dort haben wir zuerst einige Felsformationen gesehen, die in der Form eines Huehnerkopfs oder eines Lama waren. Als naechstes hiess es Socken und Schuhe ausziehen, damit wir durch einen Fluss mit rotem Wasser zu einer Felsformation laufen konnten. Diese war wie ein Kreis mit einem Loch geformt, so dass dort Ziegen und Rinder im Winter Zuflucht finden können. Hier war es gar nicht so leicht, sich an den Kuh- und Ziegenfladen barfuss vorbeizumanoevrieren.
Im Winter, also jetzt hat es tagsueber ca. 20 bis 28 Grad, doch nachts ist es mit bis zu minus 10 Grad sehr kalt und vor allem windig. Der Wind war zum Teil so stark, dass wir uns kaum auf den Beinen halten konnten.
Die naechste Station bescherte uns einen einstuendigen Marsch durch die Wildnis, die nur aus Kakteen und aehnlichen Pflanzen sowie Steinen, feinem roten+grauen+gelbem Sand und ausgetrockneten Wasserlaeufen bestand. Die Berge und Felsformationen waren atemberaubend dort. Bei den Felsen konnte man die verschiedenen Gesteinsschichten sehr gut erkennen, die sich zum groessten Teil schraeg waagrecht durch die Steine zogen. Dort gab es Felsen, die ueber und ueber tiefrot aufgrund der Oxidation waren, andere waren gelb vom Schwefel, andere gruen von Kupfer, wieder andere grau oder in verschiedenen Brauntoenen. Dieses gigantische Naturschauspiel fesselte uns, egal wohin wir sahen.
Wir sind auf einem Felsen oben am Grad entlang gegangen, was uns einen herrlichen Ueberblick ueber die Gegend verschafft hat. Die Felsen sind in weiten Teilen des Valles Calchaquíes, der hiesigen Gebirgskette der Anden, auf diese Weise gefaerbt.
Nach dieser Station sind wir weiter zum "Anfiteatro" (Amphitheater), eine kreisrunde Felsformation mit einem Eingang, die mit ca. 60m Hoehe eine weit bessere Akustik als so manche Konzerthalle geboten hat. Damit wir das auch akustisch bewiesen bekamen, hat dort eine Musikgruppe Indiomusik life gespielt, woran wir uns kaum satthoeren konnten. Sehr kitschig, aber wunderschoen. Die letzte Station war die zweite "Garganta del Diabolo" (Teufelsschlucht). Die erste hatten wir in Iguazu bei den Wasserfaellen gesehen, hier bot die zweite ein weit weniger spektakulaeres Schauspiel, dennoch ein sehenswertes Fleckchen Erde. Das Regenwasser hat dort eine Schlucht nach oben geformt, die wir weitgehend erklettern konnten und die uns wieder die Gesteinsschichten dargelegt hat. Hier hatte sich doch tatsaechlich unser Bergsteigerkurs beim DAV als nuetzlich erwiesen, denn ohne Reibungsklettern waere man hier aufgeschmissen gewesen. Auf dem Rueckweg haben wir noch einen Aussichtspunkt erklommen, um einen tollen Sonnenuntergang in den Anden zu sehen, der eine aehnliche Farbgebung wie das Gestein hatte. Die Berge wirken hier unglaublich maechtig und doch auch weit. Vor allem scheinen die Anden sehr vielseitig zu sein. 70 km vorher hatten wir noch gelbbraune Berge mit Grasbewuchs, hier ein solches Farbschauspiel. Hier waechst die gruene Vegetation nur an den Flusslaeufen.
Auf dem Rueckweg haben wir festgestellt, dass wir sehr muede waren, da die Wanderungen in dem sandigen Gelaende angetrengt hatten. Wir haben uns dann noch ein leckeres Abendessen in einem herrlichen Restaurant gegoennt, in dem uns der Hausherr persoenlich alle Geheimnisse der Speisekarte erklaert hatte, die wir nicht verstanden hatten. Nach einer herrlichen Kaese- und Tomatensosse aufs Brot zur Vorspeise habe ich endlich mal leckere Nudeln bekommen und Flo natuerlich wieder sein Fleischchen. Die Nudeln hier sind meist fad, die Canneloni und Lasagne sind immer aus Pannkuchen gemacht, was nicht wirklich schmeckt (kulinarische Askese!). Doch in dem tollen Ambiete mit Bildern, die aus Kaktusholz gemacht waren, fuehlten wir uns pudelwohl und kulinarisch bestens betreut. Im Hospedaje angekommen, hatten uns die Hausherren schon den Ofen in unserem Zimmer geheizt. Wir hatten mittags bezahlt und haben ein wenig mehr gegeben, weil wir am Abend vorher viel Holz verschuert hatten und zum Dank bekamen wir nun eingeheizt, dass es schoen wohlig war, als wir heimkamen. Ein Traum! Diesmal hatten wir nachts das Fenster weiter offen, doch immer noch war es uns zu heiss. Heute werden wir vorm Schlafen einfach nicht noch einmal nachschuehren. Wir sind hier wirklich in einem kleinen Paradies gelandet. Die Familie kuemmert sich ruehrend um uns und als ich heute nicht beim Fruehstueck war, wollten sie von Flo gleich wissen, was los waere, dabei wollte ich nur noch laenger schlafen:) Dieses Hostel ist mit Abstand das Beste, was wir bisher hatten und wir fuehlen uns rumum wohl dort und das bei einem sehr guten Preis von 90 Pesos pro Nacht (18 EUR).
Heute haben wir einen faulen Tag gemacht und uns ein wenig in der Stadt umgesehen. Cafayate ist ein nettes kleines Weinstaedtchen, in dem der höchstwachsende Wein Argentiniens gedeiht. Weit und breit ist die Stadt von Weinreben umgeben und den Wein kann man natuerlich in den Restaurants kosten, was wir gestern auch getan haben. Der Weinanbau profitiert hier von der geringen Luftfeuchtigkeit bei praktisch ganzjährig sonnigem Wetter und der Möglichkeit, die geringen Niederschläge durch modernste Bewässerungstechnik auszugleichen. Das Markenzeichen Cafayates sind prämierte Weißweine aus der Torrontes Riojano Traube.
Mittags sind wir dann zu unserer ersten Exkursion hier aufgebrochen. Um 14 Uhr sind wir mit einem Kleinbus und einer kleiner Gruppe anderer Interessierter Richtung Quebrada de las Conchas aufgebrochen, eine Wüstenlandschaft mit meist rotzackigen Felsen. Dort haben wir zuerst einige Felsformationen gesehen, die in der Form eines Huehnerkopfs oder eines Lama waren. Als naechstes hiess es Socken und Schuhe ausziehen, damit wir durch einen Fluss mit rotem Wasser zu einer Felsformation laufen konnten. Diese war wie ein Kreis mit einem Loch geformt, so dass dort Ziegen und Rinder im Winter Zuflucht finden können. Hier war es gar nicht so leicht, sich an den Kuh- und Ziegenfladen barfuss vorbeizumanoevrieren.
Im Winter, also jetzt hat es tagsueber ca. 20 bis 28 Grad, doch nachts ist es mit bis zu minus 10 Grad sehr kalt und vor allem windig. Der Wind war zum Teil so stark, dass wir uns kaum auf den Beinen halten konnten.
Die naechste Station bescherte uns einen einstuendigen Marsch durch die Wildnis, die nur aus Kakteen und aehnlichen Pflanzen sowie Steinen, feinem roten+grauen+gelbem Sand und ausgetrockneten Wasserlaeufen bestand. Die Berge und Felsformationen waren atemberaubend dort. Bei den Felsen konnte man die verschiedenen Gesteinsschichten sehr gut erkennen, die sich zum groessten Teil schraeg waagrecht durch die Steine zogen. Dort gab es Felsen, die ueber und ueber tiefrot aufgrund der Oxidation waren, andere waren gelb vom Schwefel, andere gruen von Kupfer, wieder andere grau oder in verschiedenen Brauntoenen. Dieses gigantische Naturschauspiel fesselte uns, egal wohin wir sahen.
Wir sind auf einem Felsen oben am Grad entlang gegangen, was uns einen herrlichen Ueberblick ueber die Gegend verschafft hat. Die Felsen sind in weiten Teilen des Valles Calchaquíes, der hiesigen Gebirgskette der Anden, auf diese Weise gefaerbt.
Nach dieser Station sind wir weiter zum "Anfiteatro" (Amphitheater), eine kreisrunde Felsformation mit einem Eingang, die mit ca. 60m Hoehe eine weit bessere Akustik als so manche Konzerthalle geboten hat. Damit wir das auch akustisch bewiesen bekamen, hat dort eine Musikgruppe Indiomusik life gespielt, woran wir uns kaum satthoeren konnten. Sehr kitschig, aber wunderschoen. Die letzte Station war die zweite "Garganta del Diabolo" (Teufelsschlucht). Die erste hatten wir in Iguazu bei den Wasserfaellen gesehen, hier bot die zweite ein weit weniger spektakulaeres Schauspiel, dennoch ein sehenswertes Fleckchen Erde. Das Regenwasser hat dort eine Schlucht nach oben geformt, die wir weitgehend erklettern konnten und die uns wieder die Gesteinsschichten dargelegt hat. Hier hatte sich doch tatsaechlich unser Bergsteigerkurs beim DAV als nuetzlich erwiesen, denn ohne Reibungsklettern waere man hier aufgeschmissen gewesen. Auf dem Rueckweg haben wir noch einen Aussichtspunkt erklommen, um einen tollen Sonnenuntergang in den Anden zu sehen, der eine aehnliche Farbgebung wie das Gestein hatte. Die Berge wirken hier unglaublich maechtig und doch auch weit. Vor allem scheinen die Anden sehr vielseitig zu sein. 70 km vorher hatten wir noch gelbbraune Berge mit Grasbewuchs, hier ein solches Farbschauspiel. Hier waechst die gruene Vegetation nur an den Flusslaeufen.
Auf dem Rueckweg haben wir festgestellt, dass wir sehr muede waren, da die Wanderungen in dem sandigen Gelaende angetrengt hatten. Wir haben uns dann noch ein leckeres Abendessen in einem herrlichen Restaurant gegoennt, in dem uns der Hausherr persoenlich alle Geheimnisse der Speisekarte erklaert hatte, die wir nicht verstanden hatten. Nach einer herrlichen Kaese- und Tomatensosse aufs Brot zur Vorspeise habe ich endlich mal leckere Nudeln bekommen und Flo natuerlich wieder sein Fleischchen. Die Nudeln hier sind meist fad, die Canneloni und Lasagne sind immer aus Pannkuchen gemacht, was nicht wirklich schmeckt (kulinarische Askese!). Doch in dem tollen Ambiete mit Bildern, die aus Kaktusholz gemacht waren, fuehlten wir uns pudelwohl und kulinarisch bestens betreut. Im Hospedaje angekommen, hatten uns die Hausherren schon den Ofen in unserem Zimmer geheizt. Wir hatten mittags bezahlt und haben ein wenig mehr gegeben, weil wir am Abend vorher viel Holz verschuert hatten und zum Dank bekamen wir nun eingeheizt, dass es schoen wohlig war, als wir heimkamen. Ein Traum! Diesmal hatten wir nachts das Fenster weiter offen, doch immer noch war es uns zu heiss. Heute werden wir vorm Schlafen einfach nicht noch einmal nachschuehren. Wir sind hier wirklich in einem kleinen Paradies gelandet. Die Familie kuemmert sich ruehrend um uns und als ich heute nicht beim Fruehstueck war, wollten sie von Flo gleich wissen, was los waere, dabei wollte ich nur noch laenger schlafen:) Dieses Hostel ist mit Abstand das Beste, was wir bisher hatten und wir fuehlen uns rumum wohl dort und das bei einem sehr guten Preis von 90 Pesos pro Nacht (18 EUR).
Heute haben wir einen faulen Tag gemacht und uns ein wenig in der Stadt umgesehen. Cafayate ist ein nettes kleines Weinstaedtchen, in dem der höchstwachsende Wein Argentiniens gedeiht. Weit und breit ist die Stadt von Weinreben umgeben und den Wein kann man natuerlich in den Restaurants kosten, was wir gestern auch getan haben. Der Weinanbau profitiert hier von der geringen Luftfeuchtigkeit bei praktisch ganzjährig sonnigem Wetter und der Möglichkeit, die geringen Niederschläge durch modernste Bewässerungstechnik auszugleichen. Das Markenzeichen Cafayates sind prämierte Weißweine aus der Torrontes Riojano Traube.
So wie es aussieht, werden wir wohl bis Samstag hier bleiben und dann Cachi auslassen und direkt nach Salta weiterfahren, um dort am Sonntag das Auto abzugeben und dann auszureisen.
Morgen haben wir vor, uns Raeder (Bicis :) ) auszuleihen und ein wenig das Gelaende unsicher zu machen. Noch ist offen, ob wir von Salta aus nach Chile fahren oder gleich nach Bolivien, das haengt ein wenig von der politischen Lage in Bolivien ab, wo gerade Wahlen stattfinden und es reihenweise Proteste gibt. Dabei ist die Gefahr, dass wieder Strassen geblockt werden und wir tagelang irgendwo festsitzen, was natuerlich unschoen waere.
Mittwoch, 7. Mai 2008
Tafi di Valle und Cafayate
Nachdem wir nach zwei Tagen in Tucumán einen kleinen Durchhaenger hatten, haben wir uns am Sonntag fuer eine Woche ein Auto gemietet, damit wir die Berge hier erkunden koennen, denn das geht per Bus nicht wirklich. Tucumán hat naemlich leider nicht die Moeglichkeiten in den Bergen geboten, die wir uns erhofft hatten. Hier hat der Reisefuehrer schlicht und einfach gelogen, denn Tucumán ist nur am Rande der Berge auf 450m. So haben wir am Sonntag frueh von Alejandro, dem Autovermieter einen Suzuki Fun bekommen, der in etwa wie ein Corsa ist, 1 Jahr alt und ganz gut in Schuss ist, wenn auch ohne Servolenkung. Wir sind dann am Sonntag die Jungas Runde um Tucumán gefahren, haben herrliche Strecken hinter uns gelassen, eine tolle Wanderung im Nationalpark San Javier gemacht, doch leider haben wir auf dem Land keine erschwingliche Unterkunft gefunden, so dass wir nach langem Hin und Her wieder in Tucuman geschlafen haben, da dies eh auf unserem Weg lag. Das Hotel Bristol wollten wir nicht nochmal, so haben wir was neues getestet. Das Hotel Paris war die beste Unterkunft bisher und sehr guenstig, absolut zu empfehlen (bis auf die laute Lueftung, die um 3 Uhr anging und mich aus dem Bett fliegen hat lassen, Flo hat nichts gehoert). Zum Fruehstueck gab es sogar frischgepressten O-Saft, das war fast wie im Paradies. Und Medialunas (dem Croissant aehnlich) statt den Staub-Semmeln hier.
Gegen 10.30 Uhr sind wir Richtung Famailla und Tafi di Valle aufgebrochen. Wir sind an ganz vielen Zuckerrohr- und Zitronenfeldern vorbeigefahren, haben freilaufende Schweine, Schafe an der Leine und viele Pferdefuhrwerke gesehen, die hier ueblich sind.
Wir haben nach ca. 1,5 Std einen traumhaften Platz am Rio de Sosa mitten im Wald an einem Wasserfall gefunden, an dem wir uns in die Sonne gesetzt, Picknick gemacht und noch 1 Std zum Lesen entspannt haben. Ein kleines Paradies nur fuer uns. Auf dem Weg haben wir schon die ersten schneebedeckten Gipfel der Anden gesehen und sind weiter auf einer traumhaften Passstrasse nach Tafi di Valle gefahren.
Es ist tagsueber sehr warm gewesen, doch in Tafi di Valle auf 2000m war es wirklich frisch. In der Sonne ging es noch mit TShirt, doch dann ist sie untergegangen und es war sehr kalt. Wir sind das nicht mehr gewohnt, so dass wir gleich die Wollpullis und langen Unterhosen rausziehen mussten. Wir sind fuer ganz wenig Geld bei einer alten Oma namens Celia fuer eine Nacht in ihrem Gaestehaus untergekommen, was sehr einfach, doch ok war, aber eiskalt. Wir hatten dann den Plan, noch einen Blog zu schreiben, doch das Netz hat uns nach 20 Min im Stich gelassen, so dass wir aufgeben mussten. Wir waren eben im Niemandsland und Internet geht nur fast ueberall:) Wir sind dann in einem sehr gemuetlichen Restaurant gelandet, haben uns dort vor den offenen Kamin gesetzt und ein traumhaftes Essen genossen. Nach einem leckeren Wein und dem ersten Schnaps auf unserer Reise zum Aufwaermen gingen wir Richtung Zimmer und mit 3 Decken und unseren 2 duennen Schlafsaecken ging es halbwegs. Der Gau aber war die durchgelegene Matraze, die uns immer in die Mitte des Bettes hat rollen lassen, wo wir uns dann getroffen haben. Sehr anstrengend, so dass die Nacht alles andere als erholsam war, von der Kaelte mal abgesehen.
Gegen 10.30 Uhr sind wir Richtung Famailla und Tafi di Valle aufgebrochen. Wir sind an ganz vielen Zuckerrohr- und Zitronenfeldern vorbeigefahren, haben freilaufende Schweine, Schafe an der Leine und viele Pferdefuhrwerke gesehen, die hier ueblich sind.
Wir haben nach ca. 1,5 Std einen traumhaften Platz am Rio de Sosa mitten im Wald an einem Wasserfall gefunden, an dem wir uns in die Sonne gesetzt, Picknick gemacht und noch 1 Std zum Lesen entspannt haben. Ein kleines Paradies nur fuer uns. Auf dem Weg haben wir schon die ersten schneebedeckten Gipfel der Anden gesehen und sind weiter auf einer traumhaften Passstrasse nach Tafi di Valle gefahren.
Es ist tagsueber sehr warm gewesen, doch in Tafi di Valle auf 2000m war es wirklich frisch. In der Sonne ging es noch mit TShirt, doch dann ist sie untergegangen und es war sehr kalt. Wir sind das nicht mehr gewohnt, so dass wir gleich die Wollpullis und langen Unterhosen rausziehen mussten. Wir sind fuer ganz wenig Geld bei einer alten Oma namens Celia fuer eine Nacht in ihrem Gaestehaus untergekommen, was sehr einfach, doch ok war, aber eiskalt. Wir hatten dann den Plan, noch einen Blog zu schreiben, doch das Netz hat uns nach 20 Min im Stich gelassen, so dass wir aufgeben mussten. Wir waren eben im Niemandsland und Internet geht nur fast ueberall:) Wir sind dann in einem sehr gemuetlichen Restaurant gelandet, haben uns dort vor den offenen Kamin gesetzt und ein traumhaftes Essen genossen. Nach einem leckeren Wein und dem ersten Schnaps auf unserer Reise zum Aufwaermen gingen wir Richtung Zimmer und mit 3 Decken und unseren 2 duennen Schlafsaecken ging es halbwegs. Der Gau aber war die durchgelegene Matraze, die uns immer in die Mitte des Bettes hat rollen lassen, wo wir uns dann getroffen haben. Sehr anstrengend, so dass die Nacht alles andere als erholsam war, von der Kaelte mal abgesehen.
In der Frueh sind wir ganz schnell losgeduest und haben nach einem leckeren Fruehstueck in der Panaderia noch eine Post entdeckt. Das traf sich gut, denn wir wollten schon seit Tagen ein kleines Paket nach Deutschland verschicken, doch eine Post (Correo) zu finden ist echt schwer. Nun haben wir nach 30 Min in der Post die Auskunft erhalten, dass sie uns zwar das Paket verschicken, doch eine Verpackung gab es dort nicht. Nach dem Aufsuchen von 2 Librerias und dem dortigen Einkauf von einigen Umschlaegen samt Klebebaendern hatten wir alles zusammen. Wir sind dann wieder zur Post und haben die Sachen verschickt. Der Spass hat insgesamt 2 Std gedauert, billig war er auch nicht, aber das war es uns wert. Die Menschen hier auf dem Land sind unheimlich hilfsbereit und versuchen einem immer zu helfen, aber ohne Spanisch geht hier nichts mehr. Aber wir haben uns wirklich gut geschlagen.
Tafi di Valle ist ein kleines Oertchen von 4.000 Einwohnern und wirkt wie eine Westernstadt. Ueberall sind Maenner mit Cowboyhut und Pferd unterwegs, es gibt Kakteen und gelbe Haeuser und man wartet nur noch auf den Schuss. Aber nicht bedrohlich, sondern sehr kultig und mit viel Charme. Hier soll es auch den besten Kaese des Landes geben. Bisher ist der argentinische Kaese eher nix, immer sehr fad. Hier wird kaum gewuerzt oder gar Salz genommen. Nun haben wir einen ganzen kleinen Laib eines selbstgemachten Chillikaeses gekauft....mal sehen wie der ist...
Tafi di Valle ist ein kleines Oertchen von 4.000 Einwohnern und wirkt wie eine Westernstadt. Ueberall sind Maenner mit Cowboyhut und Pferd unterwegs, es gibt Kakteen und gelbe Haeuser und man wartet nur noch auf den Schuss. Aber nicht bedrohlich, sondern sehr kultig und mit viel Charme. Hier soll es auch den besten Kaese des Landes geben. Bisher ist der argentinische Kaese eher nix, immer sehr fad. Hier wird kaum gewuerzt oder gar Salz genommen. Nun haben wir einen ganzen kleinen Laib eines selbstgemachten Chillikaeses gekauft....mal sehen wie der ist...
Dann sind wir endgueltig losgeduest Richtung Cafayate. Der Weg sollte ca. 3 Std lang sein und wir sind ca. 2 Std durch's absolute Niemandsland gefahren. Keine Haeuser, nur Kakteen, die meterhoch waren. Berge. Kuehe. Pferde. (@Miri: ein Paradies fuer Dich: ganz viele freilaufende Pferde). Und: wir haben die ersten freilaufenden Lamas gesehen. Wir sind dann eine halbe Ewigkeit auf einer Schotterpiste durch die Berge gefahren, wobei die hoechsten an der Stelle ca. 4500m hoch sind. Maximale Geschwindigkeit 40km/h. Dort waechst ausser Kakteen in allen Groessen, etwas Gras und Stachelbueschen nicht viel. Die Landschaft ist eher braeunlich und karg, alles sehr trocken. Ueberall begegnen einem Menschen auf Pferden, die Lasten auf Mulis transportieren, die nebenher trotten. Nachdem wir einer Stunde kaum einem Auto begegnet sind (kaum zu glauben, dass hier Menschen leben koennen, denn hier waechst nichts), haben wir auf dem Berg gepicknickt. Der Kaese war uebrigends hervorragend (wenn auch wieder salzfrei, aber nach Chilli schmeckend), ebenso wie das Baguette, was wir am Morgen noch geholt hatten.
Nachdem wir einen kilometerlangen Kaktuswald durchquert hatten, war kurz danach das Tal zu Ende und wir sind eine Weile auf der Hochebene entlang gefahren. Das Land wurde wieder fruchtbarer, weniger karg. Hier war der Boden eher sandig als steinig. Wir haben uns dann die Ruinen von Quilmes angesehen, die mit ueber 1000 Jahren die aelteste Siedlung in Argentinien ist. Die Siedlung war terasssenfoermig am Berg inmitten von Kakteen angeordnet, so dass die Einwohner einen guten Ueberblick ueber die Hochebene hatten. Die Haeuser waren aus einzelnen Steinen gebaut, die nur aufeinander gestapelt waren, doch das war sehr haltbar. Dabei war es wieder sehr heiss, sicher an die 30 Grad und windstill (Wind hatten wir nur oben in den Bergen), so dass wir es nicht lange aushielten.
Wir sind dann noch einmal 50 km weiter durch Weinebenen gefahren, bis wir Cafayate erreicht haben. Dort haben wir durch Zufall sofort das Hostal "El Hospedaje" gefunden, das wir uns eh im Fuehrer markiert hatten. Dort haben wir uns ein tolles, aber guenstiges Zimmer ausgesucht. Das Anwesen ist sehr gepflegt, mit viel Liebe angelegt und hat Charme (absolut empfehlenswert). Es gibt ca. 12 Zimmer, die um zwei Innenhoefe gruppiert sind, einer davon sogar mit Pool. Und jedes Zimmer hat ein nettes Bad mit geflegter Dusche und einem Bollerofen. Und es gibt sogar weiches Toilettenpapier, ein absoluter Luxus und das erste Mal hier in Argentinien. Wir haben schnell beschlossen, hier mindestens 2 Naechte zu bleiben, denn alles ist wie im Paradies. Nach 10 Versuchen und dem Verschuehren einiger alter Spanischunterlagen hatte Flo auch den Ofen zum Laufen bekommen, der wegen dem feuchten Holz nicht so recht brennen wollte. Als wir dann Richtung Ortszentrum aufgebrochen sind, hat uns der nette Besitzer gefragt, ob wir einen warmen Ofen braeuchten, dann bringe er uns die Glut rueber. Er war sehr erstaunt, dass wir unseren schon an hatten. Flo hat echt tolle Arbeit geleistet und viel Geduld bewiesen.
Nach 3 Min Laufen hatten wir das Ortszentrum erreicht und wir haben schnell gemerkt, dass es hier in Cafayate, das nur auf 1.600m liegt und eine der wichtigsten Weinanbaustaedte in Argentinien ist (11.000 Einwohner), fast warm ist im Gegensatz zu Tafi di Valle. Wir haben uns dann trotzdem gleich mal mit einem Lama- und einem Alpakawollpulli eingedeckt, denn hier hatten sie viele tolle davon und die Kaelte kommt ja wieder. Die Alpakawolle ist viel weicher und feiner, fast wie Angora; Lama ist etwas haerter, aber waermer und widerstandsfaehiger.
Dann haben wir gleich noch ein Tour-Oficina gefunden und eine Treckingtour fuer morgen gebucht, denn der Inhaber war uns auf Anhieb sympathisch und der Trip ist spotbillig. Nun freuen wir uns noch auf ein leckeres Fleischchen, wie Flo hier das leckere Steak zu nennen pflegt und eine gemuetliche Nacht neben dem Bollerofen. Kalt wird uns diesmal sicher nicht.
Nachdem wir einen kilometerlangen Kaktuswald durchquert hatten, war kurz danach das Tal zu Ende und wir sind eine Weile auf der Hochebene entlang gefahren. Das Land wurde wieder fruchtbarer, weniger karg. Hier war der Boden eher sandig als steinig. Wir haben uns dann die Ruinen von Quilmes angesehen, die mit ueber 1000 Jahren die aelteste Siedlung in Argentinien ist. Die Siedlung war terasssenfoermig am Berg inmitten von Kakteen angeordnet, so dass die Einwohner einen guten Ueberblick ueber die Hochebene hatten. Die Haeuser waren aus einzelnen Steinen gebaut, die nur aufeinander gestapelt waren, doch das war sehr haltbar. Dabei war es wieder sehr heiss, sicher an die 30 Grad und windstill (Wind hatten wir nur oben in den Bergen), so dass wir es nicht lange aushielten.
Wir sind dann noch einmal 50 km weiter durch Weinebenen gefahren, bis wir Cafayate erreicht haben. Dort haben wir durch Zufall sofort das Hostal "El Hospedaje" gefunden, das wir uns eh im Fuehrer markiert hatten. Dort haben wir uns ein tolles, aber guenstiges Zimmer ausgesucht. Das Anwesen ist sehr gepflegt, mit viel Liebe angelegt und hat Charme (absolut empfehlenswert). Es gibt ca. 12 Zimmer, die um zwei Innenhoefe gruppiert sind, einer davon sogar mit Pool. Und jedes Zimmer hat ein nettes Bad mit geflegter Dusche und einem Bollerofen. Und es gibt sogar weiches Toilettenpapier, ein absoluter Luxus und das erste Mal hier in Argentinien. Wir haben schnell beschlossen, hier mindestens 2 Naechte zu bleiben, denn alles ist wie im Paradies. Nach 10 Versuchen und dem Verschuehren einiger alter Spanischunterlagen hatte Flo auch den Ofen zum Laufen bekommen, der wegen dem feuchten Holz nicht so recht brennen wollte. Als wir dann Richtung Ortszentrum aufgebrochen sind, hat uns der nette Besitzer gefragt, ob wir einen warmen Ofen braeuchten, dann bringe er uns die Glut rueber. Er war sehr erstaunt, dass wir unseren schon an hatten. Flo hat echt tolle Arbeit geleistet und viel Geduld bewiesen.
Nach 3 Min Laufen hatten wir das Ortszentrum erreicht und wir haben schnell gemerkt, dass es hier in Cafayate, das nur auf 1.600m liegt und eine der wichtigsten Weinanbaustaedte in Argentinien ist (11.000 Einwohner), fast warm ist im Gegensatz zu Tafi di Valle. Wir haben uns dann trotzdem gleich mal mit einem Lama- und einem Alpakawollpulli eingedeckt, denn hier hatten sie viele tolle davon und die Kaelte kommt ja wieder. Die Alpakawolle ist viel weicher und feiner, fast wie Angora; Lama ist etwas haerter, aber waermer und widerstandsfaehiger.
Dann haben wir gleich noch ein Tour-Oficina gefunden und eine Treckingtour fuer morgen gebucht, denn der Inhaber war uns auf Anhieb sympathisch und der Trip ist spotbillig. Nun freuen wir uns noch auf ein leckeres Fleischchen, wie Flo hier das leckere Steak zu nennen pflegt und eine gemuetliche Nacht neben dem Bollerofen. Kalt wird uns diesmal sicher nicht.
@Uwe: Danke fuer Deinen netten Kommentare, darueber freuen wir uns immer besonders. Und dann Du sogar nachschaust, wo wir sind, finden wir wirklich toll.
@Biggi: Nochmal alles Liebe zum 30. Geburtstag, falls meine SMS heute nicht ankam! Nun hast es auch endlich geschafft:)
Freitag, 2. Mai 2008
In San Miguel de Tucumán angekommen
Am Mittwoch sind wir in der Frueh aus dem Hostel in Iguazu ausgecheckt und haben uns dann ein Taxi nach Brasilien geleistet, denn mit dem Bus haetten wir allein hinwaerts schon 3x umsteigen muessen und das haetten wir in der Zeit nicht geschafft. So sind wir ueber die Grenze, was fuer uns als Europaer ganz einfach funktioniert. Aussteigen, Stempel holen und fertig.
Dort haben wir uns einen Vogelpark und die brasilianische Seite der Wasserfaelle angesehen. Gott sei Dank war an dem Tag wieder schoenes Wetter, so dass wir gute Sicht hatten, doch mit ca. 20 Grad war es recht frisch. Alles in allem ziehen wir das Fazit, dass die brasilianische Sicht der Wasserfaelle bei weitem nicht so schoen ist wie die argentinische, denn wir hatten in 2 Std. alles gesehen, aber es war ein toller Tag.
Abends sind wir dann um 21 Uhr mit dem Bus losgeduest. Leider hat sich herausgestellt, dass der Bus bei weitem nicht so toll war wie der erste. Der erste Bus, den wir von BS AS nach Iguazu hatten, hat unsere Ansprueche echt hochgeschraubt, was natuerlich ein Fehler war. Der jetzige Bus war "siffig", staubig ohne Ende und ungepflegt. Platz hatten wir viel weniger und die Sitze konnte man nur zum Teil umklappen. Die Decken und Kissen hatten Witzgroesse und das beste war: hinter uns sass ein amerikanisches Päarchen mit Kaesefuessen sondersgleichen. Wir haben extra noch vor der Busfahrt geduscht, doch der Gestank deren Fuesse hat wirklich alles uebertroffen. Wir haben dann Decken zwischen die Sitze gestopft, um die Luftzufuhr zu daemmen, was mehr oder weniger funktioniert hat. Natuerlich gab es auch wieder Beschallung mit Filmen in gut hoerbarer Lautstaerke. Den Film konnte zwar keiner ausser uns sehen, weil der Monitor bei uns war, aber gehoert hat ihn jeder. Nach einem Snack wurde um 23 Uhr das Licht ausgemacht und schlafen war angesagt. Das war nicht so leicht, denn mal war es kalt, mal heiss und wir wussten einfach nicht, wohin mit unseren Beinen. Doch das Problem wurde um 6 Uhr frueh geloest, denn da hat der ueberaus unaufmerksame Steward das Licht angeschaltet und dann war Schluss mit lustig. Nachdem jeder wach war, gab es noch 30 Min Schonfrist und dann gabs endlich wieder ein Filmchen, juhu. Dann sind wir gegen 7 Uhr im Stau festgesteckt, der sich vor der Bruecke, die zwischen Corrientes und Resistencia ueber den Parana geht, gebildet hatte. 2 Std standen wir hier und dreimal darf man raten, wem wir das zu verdanken hatten. Den Bauern, die die Bruecke bestreikt haben.
Nach 23 Stunden Busfahrt (mit 4 Filmen in Lautstaerke und Blutruenstigkeit kaum zu uebertreffen) durch ein sehr karges Gebiet mit vielen Kakteen und der ersten Sicht auf die Anden sind wir gestern gegen 20 Uhr in Tucuman angekommen. Unterwegs hat der Busfahrer sicher 50 Mal zum Aussteigen, Tanken, Rauchen des Fahrers und Sonstigem angehalten. Was witzig war, im Bus gab es Bingo fuer alle. Hier merkt man schon, dass die Menschen wieder aermer sind, hier gibt es sogar wieder Huehner und Mopeds, damit wird es wieder asienaehnlicher.
Nach einem etwas laengeren Fussmarsch haben wir das Hostel gefunden, in dem wir ein Zimmer reserviert hatten. Alles super, nur leider war das Zimmer zwischen zwei Innenhoefen, in denen der fernseher und Radio nur so dudelte. Wir sind dann in ein nettes und billiges Restaurant gefluechtet und sind froh, nach Iguazu endlich wieder aus dem Tourigebiet wegzusein. Hier ist alles sehr argentinisch und ohne Spanisch geht nix:) Und das Essen war vorzueglich.
Gegen 23 Uhr wollten wir schlafen, doch die Glotze und die Musik waren ohrenbetaeubend. Von wegen in kleinen Hostels ist das besser. Nachdem die Musik leiser war, haben wir4 Std geschlafen, dann war's aus. Dann war die Glotze wieder so laut gestellt. Ich bin runter, hab sie ausgemacht, denn der Rezeptionist schlief davor, wir oben waren dagegen wach. Kurz danach hat es an der Tuer geklingelt und die Glotze ging wieder an, aus mit Schlafen. Um 8 Uhr sind wir voellig geraedert aufgestanden und es war klar, eine andere Unterkunft muss her. Nach dem die Managerin noch darauf bestehen wollte, dass wir die drei reservierten Naechte zahlen, haben wir protestiert. So haben wir zwar 85 statt 60 Pesos für die Nacht gezahlt, doch das war immer noch ok. Wir waren raus und sind daneben in ein kleines sehr einfaches Hotel eingezogen. Dort werden wir nun 2 Naechte bleiben und dann weiterfahren (Cafayate, der Weinort auf 1700m wird vermutlich die naechste Station sein).
Die Stadt an sich macht einen sehr sympathischen Eindruck. San Miguel de Tucumán ist die Hauptstadt der Provinz Tucumán (ca. 500.000 Einwohner), die hauptsaechlich vom Zucker- und Zitronenanbau lebt. Die Stadt wirkt sehr provinziell, doch sehr angenehm und original. Alles ist viel billiger als in BS AS oder Iguazu, Touristen gibt es kaum.
Heute ist das Wetter sonnig, doch mehr als 20 Grad hat es nicht und es wird nun vermutlich eher kaelter als waermer werden, je weiter wir in die Anden kommen. Wir haben ein wenig die Stadt angesehen (sehr nett mit dem Plaza de Independezia in der Mitte, an dem man schoen die Stadt beobachten kann und wollen nun noch in einen grossen Park und ausruhen. Das ist noetig nach der Nacht. Weiterreisen werden wir vermutlich am Sonntag.
Was wir hier noch feststellen ist, dass nicht gefeilscht wird und dass die Menschen sehr hilfsbereit sind und einem nie etwas aufschwatzen wollen. Damit ist das Leben sehr entspannt als Tourist.
Gelernt: Nicht alle Busse sind toll. Argentinier sind unaufdringlich und sehr freundlich. Es wird kaelter, je weiter wir nach Westen kommen.
Dort haben wir uns einen Vogelpark und die brasilianische Seite der Wasserfaelle angesehen. Gott sei Dank war an dem Tag wieder schoenes Wetter, so dass wir gute Sicht hatten, doch mit ca. 20 Grad war es recht frisch. Alles in allem ziehen wir das Fazit, dass die brasilianische Sicht der Wasserfaelle bei weitem nicht so schoen ist wie die argentinische, denn wir hatten in 2 Std. alles gesehen, aber es war ein toller Tag.
Abends sind wir dann um 21 Uhr mit dem Bus losgeduest. Leider hat sich herausgestellt, dass der Bus bei weitem nicht so toll war wie der erste. Der erste Bus, den wir von BS AS nach Iguazu hatten, hat unsere Ansprueche echt hochgeschraubt, was natuerlich ein Fehler war. Der jetzige Bus war "siffig", staubig ohne Ende und ungepflegt. Platz hatten wir viel weniger und die Sitze konnte man nur zum Teil umklappen. Die Decken und Kissen hatten Witzgroesse und das beste war: hinter uns sass ein amerikanisches Päarchen mit Kaesefuessen sondersgleichen. Wir haben extra noch vor der Busfahrt geduscht, doch der Gestank deren Fuesse hat wirklich alles uebertroffen. Wir haben dann Decken zwischen die Sitze gestopft, um die Luftzufuhr zu daemmen, was mehr oder weniger funktioniert hat. Natuerlich gab es auch wieder Beschallung mit Filmen in gut hoerbarer Lautstaerke. Den Film konnte zwar keiner ausser uns sehen, weil der Monitor bei uns war, aber gehoert hat ihn jeder. Nach einem Snack wurde um 23 Uhr das Licht ausgemacht und schlafen war angesagt. Das war nicht so leicht, denn mal war es kalt, mal heiss und wir wussten einfach nicht, wohin mit unseren Beinen. Doch das Problem wurde um 6 Uhr frueh geloest, denn da hat der ueberaus unaufmerksame Steward das Licht angeschaltet und dann war Schluss mit lustig. Nachdem jeder wach war, gab es noch 30 Min Schonfrist und dann gabs endlich wieder ein Filmchen, juhu. Dann sind wir gegen 7 Uhr im Stau festgesteckt, der sich vor der Bruecke, die zwischen Corrientes und Resistencia ueber den Parana geht, gebildet hatte. 2 Std standen wir hier und dreimal darf man raten, wem wir das zu verdanken hatten. Den Bauern, die die Bruecke bestreikt haben.
Nach 23 Stunden Busfahrt (mit 4 Filmen in Lautstaerke und Blutruenstigkeit kaum zu uebertreffen) durch ein sehr karges Gebiet mit vielen Kakteen und der ersten Sicht auf die Anden sind wir gestern gegen 20 Uhr in Tucuman angekommen. Unterwegs hat der Busfahrer sicher 50 Mal zum Aussteigen, Tanken, Rauchen des Fahrers und Sonstigem angehalten. Was witzig war, im Bus gab es Bingo fuer alle. Hier merkt man schon, dass die Menschen wieder aermer sind, hier gibt es sogar wieder Huehner und Mopeds, damit wird es wieder asienaehnlicher.
Nach einem etwas laengeren Fussmarsch haben wir das Hostel gefunden, in dem wir ein Zimmer reserviert hatten. Alles super, nur leider war das Zimmer zwischen zwei Innenhoefen, in denen der fernseher und Radio nur so dudelte. Wir sind dann in ein nettes und billiges Restaurant gefluechtet und sind froh, nach Iguazu endlich wieder aus dem Tourigebiet wegzusein. Hier ist alles sehr argentinisch und ohne Spanisch geht nix:) Und das Essen war vorzueglich.
Gegen 23 Uhr wollten wir schlafen, doch die Glotze und die Musik waren ohrenbetaeubend. Von wegen in kleinen Hostels ist das besser. Nachdem die Musik leiser war, haben wir4 Std geschlafen, dann war's aus. Dann war die Glotze wieder so laut gestellt. Ich bin runter, hab sie ausgemacht, denn der Rezeptionist schlief davor, wir oben waren dagegen wach. Kurz danach hat es an der Tuer geklingelt und die Glotze ging wieder an, aus mit Schlafen. Um 8 Uhr sind wir voellig geraedert aufgestanden und es war klar, eine andere Unterkunft muss her. Nach dem die Managerin noch darauf bestehen wollte, dass wir die drei reservierten Naechte zahlen, haben wir protestiert. So haben wir zwar 85 statt 60 Pesos für die Nacht gezahlt, doch das war immer noch ok. Wir waren raus und sind daneben in ein kleines sehr einfaches Hotel eingezogen. Dort werden wir nun 2 Naechte bleiben und dann weiterfahren (Cafayate, der Weinort auf 1700m wird vermutlich die naechste Station sein).
Die Stadt an sich macht einen sehr sympathischen Eindruck. San Miguel de Tucumán ist die Hauptstadt der Provinz Tucumán (ca. 500.000 Einwohner), die hauptsaechlich vom Zucker- und Zitronenanbau lebt. Die Stadt wirkt sehr provinziell, doch sehr angenehm und original. Alles ist viel billiger als in BS AS oder Iguazu, Touristen gibt es kaum.
Heute ist das Wetter sonnig, doch mehr als 20 Grad hat es nicht und es wird nun vermutlich eher kaelter als waermer werden, je weiter wir in die Anden kommen. Wir haben ein wenig die Stadt angesehen (sehr nett mit dem Plaza de Independezia in der Mitte, an dem man schoen die Stadt beobachten kann und wollen nun noch in einen grossen Park und ausruhen. Das ist noetig nach der Nacht. Weiterreisen werden wir vermutlich am Sonntag.
Was wir hier noch feststellen ist, dass nicht gefeilscht wird und dass die Menschen sehr hilfsbereit sind und einem nie etwas aufschwatzen wollen. Damit ist das Leben sehr entspannt als Tourist.
Gelernt: Nicht alle Busse sind toll. Argentinier sind unaufdringlich und sehr freundlich. Es wird kaelter, je weiter wir nach Westen kommen.
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